Batman Arkham Origins – Gamecheck ( Playstation 3 )

Jeder kennt wohl die ausgezeichnete Spielereihe von Warner Bros., die mit Batman Arkham Asylum begann und mit Batman Arkham City aufhörte, darin ging ein einsamer Held in der Nacht auf Verbrecherjagd, so die Kurzfassung. Natürlich hat Batman auch eine Vorgeschichte und die präsentiert uns Warner Bros. im Spiel Batman Arkham Orgins.

Die Geschichte setzt eigentlich einige Jahre vor den Geschehnissen von Batman Arkham Asylum an. Der dunkle Ritter ist noch neu im Verbrecherkämpfer-Business und gerade dabei sich unter Gothams Gangstern und korrupten Bullen einen Namen zu machen. Batman ist noch nicht viel mehr als eine Schauergeschichte, die sich einfach erzählt wird. Um der Sache auf den Grund zu gehen, setzt Gotham Drogenboss Black Mask ein Kopfgeld auf die menschliche Fledermaus aus und lockt damit Superkiller wie Bane und Deathstroke in die Stadt. Doch dann taucht plötzlich ein neuer Spieler auf, der sich selbst Joker nennt. Was hat es mit dem durchgeknallten Typen bloß auf sich?

Wer eins der anderen Batman-Spiele von Warner Bros. gespielt hat, wird sich bei Batman Arkham Origins sofort heimisch fühlen. Es gibt eine Oberwelt, also die Stadt Gotham City über die Batman ganz nach Belieben gleiten und schwingen kann. Die begehbare Stadt ist ungefähr doppelt so groß wie der abgesperrte Bereich in Arkham City und hat eine lange Brücke, die den alten und neuen Teil von Gotham City miteinander verbindet. Wir erinnern uns, den alten Teil wird man später mit einer Mauer vom Rest der Stadt abtrennen, Verbrecher drin einsperren und zusehen, was sie miteinander anstellen. Arkham Origins sollte sich spürbar anders anfühlen, da Gotham diesmal eine ganz normale Großstadt ist. Richtig? Falsch. Die Geschichte spielt einen Tag vor Weihnachten. Es hängen also überall bunte Lichter rum, doch ansonsten gibt es eigentlich keinen merklichen Unterschied zu Arkham City.

Durch den Kniff, dass die Polizei eine Ausgangssperre verhängt hat, gibt es statt flanierender Bürger und Verkehr auf den Straßen wieder nur aus Arkham City bekannte, an jeder Ecke rumlungernde Schlägertypen zu denen sich diesmal einige korrupte Bullen gesellen. Was bisher auch in den Vorgängerteilen gut funktioniert hat, ist das Free-Flow-Kampfsystem, das zwar supereinfach aussieht, aber nur mit Übung wirklich zu meistern ist. Batmans Kampfkunst basiert im Prinzip auf zwei Tasten: Schlagen und Kontern. Soll heißen, immer munter drauflos prügeln, aber sobald über den Kopf eines Gegners blaue Blitze erscheinen – Kontern. Dazu kommen noch eine Taste zum Ausweichen und eine Taste für Angriffe mit dem Umhang. Mit dem Umhangschlag werden die Gegner benommen und Batman kann somit Schläge auf den Gegner einprasseln lassen. Besonders nützlich bei Bossgegnern. Für jeden Kampf gibt es Erfahrungspunkte, die wir gegen Anzugsverbesserungen, Gadgets-Upgrades oder neue Combos eintauschen können.

Die Stadt fungiert wie in Arkham City als Knotenpunkt über die wir zu den Schauplätzen der Storymission gelangen. Denn die spielen sich meist in Gebäuden ab, durch die wir uns kämpfen und gelegentlich auch rätseln müssen. Da die Wege ab und an doch mal etwas weit sind, kommt der Batwing mehr als gelegen. Auf Wunsch rufen wir uns den Jet herbei und lassen uns im gewünschten Stadtteil absetzen. Das ist aber allerdings nur eine Zwischensequenz während das Gebiet geladen wird. Selbst steuern ist nicht. Die Schnellreisefunktion mit dem Batwing funktioniert nur, wenn wir den Funkturm des jeweiligen Stadtteils entstört haben. Ein technisch versierter Irrer, der im Spiel Enigma genannt wird, wie wir alle wissen, dass das der Riddler ist, hat die Sendemasten, nach denen sich der Bordcomputer des Batwings orientiert hat, lahmgelegt. In jedem Funkturm, den wir entdecken, müssen wir also in die Computer von Enigma kommen und ihn ausschalten. Natürlich hätten wir uns auch ein Batmobil gewünscht mit dem wir durch Gothams Straßen rasen können, doch das gute Stück liegt in Einzelteilen in der Bathöhle.

Batman wäre nicht Batman, wenn er nicht seine wundervollen Spielzeuge in seiner Gürteltasche hätte. Wir beginnen das Spiel mit einem überschaubaren Arsenal, sozusagen der Grundausstattung, bestehend aus Batarangs, Enterhaken, Explosiv-Spray, Rauchbomben und portabler Hack-Vorrichtung. Sogar einen Scanner hat der Flattermann in der Maske eingebaut, mit dem wir nicht nur die Umgebung nach manipulierbaren Objekten durchforsten können, sondern auch kleine Dedektiv-Aufgaben lösen müssen. Dabei handelt es sich um Mordfälle, die wir per Tastendruck csi-mäßig rekonstruieren und nach Hinweisen absuchen. Das klingt anspruchsvoller als es letztendlich ist, denn außer Pfeilen zu folgen und Tasten zu drücken, ist hier keinerlei Denkarbeit erforderlich. Trotzdem eine nette Abwechslung. Im Verlauf des Spiels kommen aber noch mehr Gadgets dazu, wie etwa die Schock-Handschuhe. Die setzen wir in der naheliegenden Verwendung in den Kämpfen ein oder auch ein, um Motoren ans laufen zu bringen, um so zum Beispiel Türen zu öffnen.

Wer vom Story-Modus erst mal genug hat, kann sich an den Herausforderungen versuchen. Hier gilt es auf mehreren Karten sein Können im Free-Flow-Kampf zu beweisen, indem man sich durch aufeinanderfolgende Wellen von Gegnern prügelt oder sich als Jäger zu versuchen. Die Jägerkarten basieren meist auf weitläufigen Räumen aus dem Story-Modus, indem Batman die Gegner möglichst ungesehen zur Strecke bringt. Dazu kriechen wir durch Lüftungsschächte, krabbeln unter Bodengitter, stellen den patroulierenden Gegnern fiese Fallen oder ziehen sie von Plattformen aus in die Höhe, um sie baumeln zu lassen. Ein Multiplayer-Modus gibt es erstmals in der Geschichte der Arkham-Spiele auch. Dieser erlaubt den Spielern das Action-Adventure mit Freunden und Feinden online zu erleben.

Batman Arkham Origins nutzt die Engine des Vorgängers und wirkt dadurch teilweise ziemlich veraltet. Nicht nur das die Texturen und Schatten ziemlich matschig aussehen, es kommt hin und wieder zu merklichen Rucklern und Bildzeilenverschiebungen. Ebenfalls ärgerlich ist an vielen Stellen die fehlerhafte Soundabmischung, die dazu führt dass die Dialoge von einer Sekunde auf der andere zu leise werden. Davon abgesehen, gibt es aber an der deutschen Vertonung nicht viel zu meckern.

Batman: Arkham Origins ist ein fantastisches Spiel geworden, erinnert aber grafisch und spielerisch sehr an Arkham City. Schlecht ist es deswegen noch lange nicht, es bietet wie gewohnt ein interessantes Kampfsystem, viele bekannte Gadgets und ein atmosphärisches Action-Abenteuer. Natürlich sollte der erstmalige Multiplayer erwähnt werden, der zu den gewohnten Abenteuer noch ein hübsches Extra ist. Für Neueinsteiger ist das Spiel sehr zu empfehlen, weil es einen guten Einstieg in die Welt von Batman bietet. Warner Bros. hat mit Batman Arkham Orgins ein schönes Spiel geschaffen, dass sehr viel Spaß macht und auf jeden Fall einen Kauf wert ist.

WERTUNG: Grafik: 84%, Sound: 85%, Steuerung: 86%, Balance: 86%, Spielspass: 85%, Mehrspieler: 86%, Gesamtwertung: 85%.