Der Puppenspieler – Puppeteer – Gamecheck (Playstation 3)

Es gibt Videospiele, von denen man bisher nur geträumt hat oder sich in seiner Phantasie ausgemalt hat, bis sie schließlich erscheinen, man die die Sachen spielt und von der Umsetzung und Qualität des Spiels umgehauen wird. So geschieht das auch beim Spiel ’The Puppeteer’. Es wird hierzulande ’Der Puppenspieler’ genannt und erschien am 11.September als Bluray-Disc im Handel und im Playstation Store.

Das Spiel beginnt in einer Welt, in der der böse Mondbär-König die Seelen unschuldiger Kinder auf dem Mond versklavt. In seinem Schloss werden die Seelen der Kinder in Puppenkörper gesteckt und müssen fortan der dunklen Seite dienen. So auch der Junge Kutaro. Doch trifft es den Hauptprotagonisten noch viel schlimmer, denn der fiese Bärenkönig verschlingt Kutaros Puppenkopf und wirft ihn in den Kerker. Dort trifft er auf die fliegende Katze Ying Yang, die im Auftrag einer vermeintlich, guten Hexe den Jungen aufsucht und ihm auf seinem kommenden Abenteuer zur Seite steht. Der fliegende Begleiter erklärt Kutaro, dass er verschiedene Köpfe auf seinen Schultern tragen kann. Jeder davon mit eigenem Aussehen und eigenen Fähigkeiten. Drei der Köpfe kann Kutaro mit sich tragen und per Knopfdruck wechseln. Aber es bedarf mehr um den Mondbär-König zu besiegen und die Seelen der Kinder zu befreien. Soweit zur Geschichte. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, da ihr selber das Spiel erleben sollt.

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So hüpft und kämpft ihr euch in der Haut von Kutaro durch sieben Akte, die aus insgesamt 21 Vorhängen bestehen. Jedes davon besticht durch eine einzigartige Grafik und der Tatsache, dass sich die Welt von ’Der Puppenspieler’ um euch und nicht ihr euch um die Welt bewegt. Das liegt daran, dass das gesamte Spiel wie ein Theaterstück aufgezogen ist, sprich die Bühne ist eure Spielwelt und jeweils andere Bühnendeko das Leveldesign. Ihr fangt in einem Abschnitt an, der sich meist aufbaut und müsst bis zu einem Portal gelangen, das euch in einen anderen Abschnitt teleportiert. Solch eine Herangehensweise in einem Jump’n’Run habe ich bis dato noch nicht gesehen. Der Spielaufbau versprüht einen individuellen Charme, der sich dadurch von den Konkurrenten abhebt.

Aber es geht noch weiter. Um euch gegen die Gegner zur Wehr zu setzen, steht euch eine magische Schere zur Verfügung. Die Waffe trägt den Namen Calibrus und verfügt über sehr viele Funktionen. Mit Calibrus kann man sich gegen die Monster zur Wehr setzen und dient sogar als Fortbewegungsmittel. In dem ihr Stoff, Papier oder sogar Wasser auf Knopfdruck zerschneidet, könnt ihr euch an dem Material fort bewegen. So erklimmt ihr auf diese Weise zum Beispiel die Beine eines Gegners, indem ihr durch sein Fell schneidet oder überquert einen Fluss, indem ihr durch fallende Blätter schneidet. Ein Spielelement, was einem ungeheuren Spaß bereitet und erneut frischen Wind in das Genre bringt. Kutaros Köpfe weisen ebenfalls Fähigkeiten auf und gewähren euch Zugang zu neuen Items oder gar Bonusleveln, wenn ihr zu bestimmter Zeit die Fähigkeit per Knopfdruck aktiviert. Meistens müsst ihr die Level mehrmals besuchen, da ihr Köpfe braucht, die ihr gar nicht mitführt. Auf den ersten Blick kann dieser Umstand nervig sein, garantiert aber einen Wiederspiel-Wert. Am Ende eines Aktes müsst ihr oftmals einem riesigen Endboss die Stirn bieten und erlangt dadurch eine neue Fähigkeit wie Schutzschild oder Bomben zu werfen.

Wirklich gut ist auch der Multiplayer-Aspekt. In gewisser Weise bietet euch das Spiel einen Koop-Modus. Während Spieler 1 Kutaro steuert, schlüpft der Mitspieler in die Rolle von Ying Yang und kann mit der Katze gewisse Gegenstände genauer untersuchen, Feinde behindern und so den Helden sinnvoll unterstützen. Seid ihr solo unterwegs, steuert ihr beide Charaktere mithilfe der beiden Analog-Sticks gleichzeitig, das anfangs eine gewisse Eingewöhnungszeit erfordert. Zu zweit macht das Spiel dann aber ne Ecke mehr Spaß.

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In Sachen Präsentation braucht sich ’Der Puppenspieler’ keinesfalls zu verstecken. Grafik, Level und Charakterdesign und vor allem das Art-Design sind über jeden Zweifel erhaben. Die Abschnitte sind derart abwechslungsreich und farbenfroh gestaltet, dass es eine Freude ist diesen zu spielen. Man will unbedingt sehen, was sich hinter dem nächsten Teleporter verbirgt. So genial wie die Optik in den Levels sind auch die Charaktere. Jede Figur wurde phantasievoll ausgearbeitet und bekam eine famose Synchronstimme spendiert, so dass das Theaterstück wahrlich zum Leben erwacht. Viel dazu bei trägt auch der stimmige Humor in den Dialogen, der oft ein Lächeln entlockt. Garniert wird das Ganze noch mit einem guten Soundtrack, der keine Wünsche offen lässt. Besitzer eines 3D-TVs freuen sich übrigens über einen gelungenen 3D-Effekt, da die Figuren hier und da ihre zweidimensionale Ebene verlassen und regelrecht vor euren Augen interagieren.

Ihr merkt also, es gibt kaum etwas am Puppenspieler auszusetzen. Die Kritik, die ich habe, ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. So muss man sich anfangs an die etwas träge Sprungmechanik gewöhnen, die einen an Little Big Planet erinnert. Zudem bietet das Spiel einige wenige Frustmomente, die in Zusammenhang mit ungenauen Sprüngen stehen. Auch die normalen Gegner in den Levels könnten variantenreicher sein. An den überaus positiven Gesamteindruck ändert das nichts. ’Der Puppenspieler’ gehört zu den Überraschungen des Jahres 2013. Als Fan des Jump’n’Run ist Sony ein gutes und solides Meisterwerk gelungen.

WERTUNG: Grafik: 94%, Sound: 93%, Steuerung: 92%, Balance: 93%, Spielspass: 94%, Mehrspieler: 94%, Gesamtwertung: 93%.