Spieletest

Street Fighter X Tekken (PC) – Gamecheck

Das Street Fighter Universum brachte bereits unzählige Alpha, Turbo oder Super Ableger hervor und auch das eine oder andere Crossover war schon dabei. Das man die Street Fighter Recken auf die Tekken Truppe loslässt, ist jedoch neu. Capcoms-Prügelpapst Yoshinori Ono empfängt nun in Street Fighter X Tekken vor heimischer 2D Kulisse die Kämpfer von Tekken.

Die Handlung des Beatm Ups, welche im Arcade Modus in Form von animierten Standbildern vorangetrieben wird, ist wie gewohnt nur schmückendes Beiwerk. Um die Rahmenhandlung der Strassenkämpfer mit dem -King of the Iron Fist Tournament- zu verknüpfen, hat sich Capcom einen neuen aber relativ uninspirierten Plot aus den Fingern gesogen. Irgendwo in der Antarktis schlägt ein mysteriöser Himmelskörper ein. Dabei handelt es sich um die Büchse der Pandora, ein mächtiger Superklotz der über unvorstellbare Kräfte verfügen soll und damit das Interesse der Street Fighter und Tekken Recken auf sich zieht. Diese brechen daraufhin auf um den Wunderwürfel zu finden.

Die grösste Neuerung im Vergleich zu Street Fighter 4 oder aber Tekken 6 sind die Tag-Team-Kämpfe. Egal ob im Versus-Modus, in dem man sich mit bis zu vier Spielern kloppen kann, oder im Arcade Modus – jeder Kämpfer steigt immer mit einem Team in den Ring. Die Kämpferpaarungen können dabei individuell zusammengestellt werden. Alles in allem stehen über 40 Kämpfer aus dem Street Fighter und Tekken Universum bereit. Die Zweierkonstellationen bringen einige Neuerungen mit sich. So ist es möglich ganz spezielle Doppelangriffe auszuführen. Grundvoraussetzung für eine sogenannte CrossArts Attacke ist eine volle Cross-Anzeige. Diese füllt sich durch ausgeteilte und eingesteckte Angriffe auf. Wenn die Leiste voll ist, prügeln die Kampfkameraden nacheinander auf den Gegner ein. Bei einem CrossAssault sogar gleichzeitig, während der aktive Spieler auch weiterhin aktiv gesteuert werden kann und der Mitkämpfer temporär eigenständig agiert. Neu ist auch die Pandora-Fähigkeit. Wenn die Gesundheit der aktiven Figur auf ein viertel geschrumpft ist, kann der Kämpfer geopfert werden damit der Partner einen zehnsekündigen Powerschub bekommt und eine volle Cross-Anzeige. Der nachteil – wenn der Gegner während einer Pandora nicht binnen zehn Sekunden besiegt wird geht der Kampf verloren. Wenn die Gesundheit einer Figur erst einmal in einen kritischen Bereich geschrumpft ist, ist Schluss mit TagTeam-Action. Dann helfen nur noch Special-Moves und SuperArts. Letztere kann man sich prima im Trainingsmodus aneignen. Auch wenn die erforderlichen Tastenkombinationen nicht mehr so kompliziert wie beispielsweise bei Super Street Fighter 4 sind, erfordern die teils abenteuerlichen Eingaben ein wenig Übung. Ähnlich wie die TagTeam Manöver, schlagen auch diese Spezialattacken mit einer bestimmten Anzahl von Balkenabschnitten zu Buche. Es geht aber auch ohne Cross-Anzeige. Dank der Charge-Funktion normale Moves aufgeladen werden. So können mächtige Moves auch ohne Cross-Funktion ausgeführt werden. Während der Aufladungsphase ist man im Gegenzug aber ungeschützt und unfähig zu blocken oder auszuweichen. Mit dem richtigen Timing und ein bisschen Glück, kann es aber doch gut klappen. Wem die Charge-Moves zu komplex sind, der macht einfach von den ganz neuen Gems Gebrauch. Grundsätzlich gibt es zwei Sorten von Gems, die Assist-Gems und die Bosst-Gems. Erstere fördern die Fähigkeiten der Spieler bzw. merzen die Defizite von Prügelneulingen aus. Die Assist-Gems ermöglichen zum Beispiel vereinfachte Tastenkombinationen für Special-Moves. Ist die Gem -AutoBlock- aktiviert, übernimmt die KI beispielsweise das Blocken. Die Boost-Gems hingegen wirken sich auf die Attribute der Charaktere aus und steigern Punkte wie Stärke, Schnelligkeit und Lebenskraft. Das individuell zusammengestellte Gem-Set wird dann vor einem Kampf ausgewählt. Das aktivieren der Gems ist jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft. Diese liesst man im Menüpunkt Gem-Set rasch nach. Hier müssen die Voraussetzungen im Kampf also erst geschaffen werden um danach einen mächtigen Spezialangriff wirken zu können.

Im spieleigenen Editor kann man seinen Spielern einen neuen Anstrich verpassen. Einen eigenen Charakter zusammen zu basteln ist dabei aber nicht möglich. Sämtliche Kämpfer sehen ähnlich wie in Super Street Fighter 4 extrem klasse aus. zudem ist es den Entwicklern gelungen den 3D Tekken Kader wunderbar in die 2D Street Fighter Welt zu integrieren. Prügelknaben freuen sich auf über die kurzen Ladezeiten, jede Menge Detailreichtum in den Arenen und die jederzeit flüssigen Animationen. Die teils bildschirmfüllenden SuperArts sind gewohnt wuchtig inszeniert. zudem machen die japanischen und neglischen Sprecher einen sehr guten Job.

Mit Street Fighter X Tekken liefert Capcom genau das ab was sich Genrefans wünschen. Actiongeladene Kämpfe, ein gut durchdachtes TagTeam-System, ein breites Repertoire an Special-Moves und einen riesigen Kämpferkader. Grafik und Sound sind stimmig und gut umgesetzt. Street Fighter und Tekken Fans dürften kaum an diesem Beatm Up vorbei kommen.

WERTUNG: Grafik: 82%, Sound: 82%, Steuerung: 88%, Balance: 79%, Spielspass: 85%, Mehrspieler: 90%, Gesamtwertung: 84%.