Der Fall John Yesterday – Gamecheck mit Videotest

Nexplay.de mag Adventures und Adventures mögen Nexplay.de. Nicht zuletzt aufgrund dieser absurden Behauptung, konnten wir uns das neuste Point and Click Adventure aus dem Hause Pendulo Studios nicht entgehen lassen. Das aus Frankreich stammende Entwicklerstudio ist bereits bekannt für die Runaway-Reihe und -The Next Big Thing-. -Der Fall John Yesterday- kommt via Publisher CrimsonCow auf den Markt und setzt die Riege der Games in Comicgrafik fort. Grösster Unterschied zwischen dem neusten Spiel und den oben genannten -Vorgängern- der Spieleschmiede ist, dass es an den wenigsten Stellen lustig wird. An den meisten ist es eher mysteriös.

-Der Fall John Yesterday- beginnt mit einem seltsamen Intro, in dem Satanismus und Folter angedeutet werden. So wird dem Spieler schon einmal das Setting nahe geführt. Dieses Adventure liefert keinen Slapstick und keine Dialoge ala Schenkelklopfer. Als Überraschung geht es nach dem Intro gar nicht mit dem namensgebenden John los, sondern mit Henry White, einem jungen Studenten aus reicher Familie, welcher sich für ein wohltätiges Projekt einsetzt und Obdachlosen hilft. Diese werden nämlich in New York von einem wahnsinnigen Killer bedroht. Gleich nach Henry schlüpfen wir auch schon in die nächste Rolle, seinen Kumpel Samuel Cooper, welcher Henry zur Hilfe eilt, nachdem dieser irgendwo in einer stillgelegten U-Bahn-Station von offenbar irren Landstreichern gefangen genommen wurde. Aber Vorsicht: In -Der Fall John Yesterday- ist kaum etwas so wie es vielleicht noch zu Beginn schien. Das wird man spätestens dann merken, wenn man das erste mal auf John selbst trifft. Dieser ist einfach anders als Andere. Die Handlung des Adventures im Spielverlauf nimmt zwar keine bahnbrechenden Wendungen, hält aber dennoch die eine oder andere Überraschung parat. Noch mehr Wendungen und mehr Überraschungen wären allerdings toll gewesen.

-Der Fall John Yesterday- ist ein klassisches Adventure wie es im Buche steht. Mittels gefundener und im Inventar abgelegter Gegenstände knacken wir Rätsel. Wir kombinieren Dinge miteinander, probieren rum und kommen irgendwann auf die jeweiligen Lösungen, welche uns Schritt für Schritt weiterbringen. Hin und wieder müssen auch andere Kopfnüsse geknackt werden. Etwa kleinere Schachaufgaben schon früh zu Beginn des Spiels. Es hilft die Schachregeln zu kennen. Wer diese nicht beherrscht behilft sich durch stupides probieren der verschiedenen Antworten. Das Rätseldesign von -Der Fall John Yesterday- ist in den meisten Fällen sehr logisch. Wenn man trotzdem mal nicht weiter kommt, dann hilft die eingebaute Hilfsfunktion schnell weiter. Dumm nur das diese eher einer Komplettlösung gleicht und dem Spieler zu viel eigene Denkleistung abnimmt. Die Hilfsfunktion sollte deshalb nur selten und mit Bedacht verwendet werden. Dringend notwendig dagegen ist eine Funktion, welche auf jedem Bild, alle Punkte von Interesse einblendet. Nutzt man diese nicht, kann man schon mal verzweifeln auf der Suche nach neuen Kombinationsmöglichkeiten.

Eine coole Funktion stellt die Savegame-Gallery dar. Diese ist wie eine Art Rückblickfunktion und erlaubt es Passagen des Spiels noch einmal zu betreten. Diese ist allerdings fast nie nötig und eher unnötig, denn -Der Fall John Yesterday- ist ein sehr lineares Spiel. Dennoch hält gerade das Ende Überraschungen parat.

Wie schon erwähnt nutzt auch -Der Fall John Yesterday- den gefälligen Comiclook, welcher auch schon von früheren Spielen des Entwicklers bekannt ist. Konsequenterweise wir dieser Comiclook auch noch mit eingeblendeten Panels kombiniert, was sehr stylisch wirkt und für eine angenehme Atmosphäre sorgt. Immer wieder stolpern wir auch über clevere Ideen im Spieldesign, doch wir wollen nicht zuviel verraten. Auch die Sprachausgabe weiss zu gefallen. Toll sind die Kommentare des Erzählers, aus welchen der Spieler oft den entscheidenden Hinweis heraushören kann.

-Der Fall John Yesterday- reisst keinen Spieleredakteur vom Hocker und bietet auch keine wirklichen Innovationen. Es glänzt nicht durch besonders aufwendige Technik oder bahnbrechendes Rätseldesign. Dennoch ist es ein gutes Spiel, welches für viele Stunden mit einer abgedrehten und oft düsteren Story zu unterhalten weiss. Für Adventure-Freunde wird sich der Kauf lohnen. Wer noch nicht genug hat und sich gerne noch ein paar Bewegtbilder ansehen möchte, dem sei unser anschließender, kurzer Videotest ans Herz gelegt:

YouTube: Klick[gamecheck]80 78 82 80 80 0[/gamecheck] WERTUNG: Grafik: 80%, Sound: 78%, Steuerung: 82%, Balance: 80%, Spielspass: 80%, Mehrspieler: na%, Gesamtwertung: 80%.