Demoszene schreibt Kulturgeschichte

Zum ersten Mal wird mit der Demoszene eine digitale Kulturform in das UNESCO Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen. Erfolgreicher Antragsteller mit der Kampagne „Demoscene – The Art of Coding“ ist der Kölner Verein Digitale Kultur e.V.

Seit Beginn der Heimcomputer-Ära in den frühen 1980ern ist die Demoszene Spielort für Grenzgänger und Kreativ- Explorer der digitalen Revolution. Sie hat sich insbesondere der Produktion von softwaregenerierten Musikvideos verschrieben, die in Echtzeit vollständig durch selbstgeschriebene Programme zum Leben erweckt werden. Beginnend in den 1980ern, mit sogenannten Intro-Vorspännen vor geknackten Spielen, hat sich die Kunst und Kultur der Szene beständig weiterentwickelt, um seit den 90ern in eigenständigen audiovisuellen Echtzeit-Animationen ihr Können abseits vorgegebener Regeln von Hard- und Software auszuleben. Einerseits ist die Demoszene ein globales Phänomen, das viele andere digitale Kontexte mit beeinflusst hat, andererseits aber immer auch eine regelmäßig ganz physische Kultur auf den Treffen der Szene. Denn seit Jahrzehnten bilden die Demopartys als regelmäßige Zusammenkünfte einen Ort zum Austausch, Ausleben und Fortentwicklung der eigenen Kultur.