[GC26] Wardens of Avalon – Vorschau zum düsteren Artus-Action-RPG mit Koop und Wiederaufbau
Die Artus-Sage wurde in Spielen schon oft aufgegriffen, meistens mit edlen Rittern, magischen Schwertern, heldenhaften Quests und einer ordentlichen Portion mittelalterlicher Romantik. Wardens of Avalon schlägt eine deutlich düsterere Richtung ein. Hier ist Camelot nicht das glänzende Zentrum ritterlicher Tugend, sondern eine zerfallene Ruine. Die Ritter der Tafelrunde sind korrumpiert, Avalon wird von dunklen Mächten heimgesucht, und selbst König Artus scheint vielleicht nicht die makellose Legende zu sein, die Lieder und Geschichten aus ihm gemacht haben.
Entwickelt wird Wardens of Avalon von Runes Studio, veröffentlicht wird das Spiel von The Arcade Crew und Dotemu. Geplant ist der Titel aktuell für PC via Steam und soll 2027 erscheinen. Ein Playtest wurde bereits für Sommer 2026 vorbereitet beziehungsweise durchgeführt, wodurch klar ist: Das Projekt befindet sich aktiv in Entwicklung und soll früh Feedback aus der Community einbeziehen.
Spielerisch handelt es sich um ein Top-Down-Action-RPG, das allein oder online im Koop mit bis zu vier Spielern gespielt werden kann. Der Titel kombiniert schnelle Kämpfe, Crafting, Ausrüstung, Bossgegner, Erkundung und den Wiederaufbau eines eigenen Lehens. Damit ist Wardens of Avalon nicht einfach nur ein weiteres Diablo-artiges Action-RPG, sondern verbindet Beutejagd und Kämpfe mit einem Aufbau- und Verteidigungsaspekt rund um das neue Camelot.
Eine korrumpierte Version von Avalon
Die Ausgangslage ist stark: Die berühmten Ritter der Tafelrunde sind gefallen. Ihre einst prächtigen Anwesen liegen in Trümmern, die Lande Avalons sind verdorben, und die alten Legenden bröckeln. In dieser Welt wird der Spieler von Morgan Pendragon persönlich ausgewählt und als Mitglied der Twilight Knights in den Kampf geschickt.
Die Aufgabe ist gewaltig: Camelot muss aus den Ruinen wieder aufgebaut werden. Gleichzeitig gilt es, die dunklen Kräfte zu bekämpfen, die Avalon vergiften. Das Spiel dreht sich also nicht nur um das Erschlagen von Monstern, sondern auch um die Frage, ob aus dem zerstörten Camelot wieder ein Ort entstehen kann, der dem alten Mythos gerecht wird.
Gerade diese Kombination aus Artus-Sage und Verfall macht neugierig. Wardens of Avalon nutzt bekannte Motive – Camelot, Morgan, Ritter der Tafelrunde, heilige Kräfte – aber dreht sie in eine düstere, fast postapokalyptische Fantasy-Richtung. Das ist eine gute Grundlage für ein Action-RPG, denn die Welt bietet sofort bekannte Namen, aber auch genug Raum für eigene Interpretationen.
Story: Neue Ritter in einer alten, gebrochenen Legende
Im Zentrum steht kein klassischer Held aus den bekannten Sagen, sondern ein neuer Twilight Knight. Diese Rolle ist interessant, weil sie dem Spiel mehr Freiheit gibt. Man muss nicht Lancelot, Gawain oder Artus selbst spielen. Stattdessen wird man Teil eines neuen Ordens, der in einer Zeit entsteht, in der die alten Helden versagt haben.
Morgan Pendragon übernimmt dabei eine zentrale Rolle. In vielen Artus-Erzählungen ist Morgan eine zwiespältige Figur – mal Zauberin, mal Gegenspielerin, mal tragische Macht im Hintergrund. Wardens of Avalon scheint genau mit dieser Ambivalenz zu spielen. Wenn ausgerechnet Morgan neue Ritter auswählt, um Camelot zu retten, dürfte das erzählerisch einiges an Spannung bieten.
Die Geschichte klingt bisher nicht nach einem linearen, rein filmischen Abenteuer, sondern stärker nach einem Rahmen für wiederholte Expeditionen, Bosskämpfe und den Ausbau des eigenen Lehens. Trotzdem könnte die Welt viel über ihre Ruinen und Gegner erzählen. Jeder gefallene Ritter, jedes ehemalige Anwesen und jede korrumpierte Region kann ein Stück der größeren Tragödie von Avalon offenbaren.
Gameplay: Action-RPG mit classlosem System
Der Kampf ist das Herzstück von Wardens of Avalon. Gespielt wird aus der Top-Down-Perspektive, klassisch für Action-RPGs, aber mit einem stärkeren Fokus auf Ausweichen, Parieren und aktives Beherrschen der eigenen Werkzeuge. Das Spiel setzt auf ein klassenloses System, das Spielern mehr Freiheit geben soll.
Statt zu Beginn eine feste Klasse zu wählen und für den Rest des Spiels an diese Rolle gebunden zu sein, kann man seinen Build über Ausrüstung, Waffen, Rüstungen, Schwüre und Siegel anpassen. Das passt gut zur Idee der Twilight Knights. Man ist nicht einfach Krieger, Magier oder Schurke, sondern formt seinen Kampfstil je nach Situation.
Besonders spannend ist das System der Oaths, also Schwüre. Spieler können offenbar einen Schwur brechen, einen neuen leisten und dadurch ihren Build verändern. Dadurch könnte Wardens of Avalon flexibler werden als viele klassische Action-RPGs, in denen spätere Umstellungen teuer oder umständlich sind.
Dazu kommen verschiedene Waffen und Ausrüstungsoptionen. Genannt werden unter anderem Hämmer, heilige Rüstungen, Siegel und die Möglichkeit, Korruption auf eigenes Risiko zu nutzen, um hohen Schaden zu verursachen. Das klingt nach einem interessanten Risiko-Belohnungs-System: Wer sich stärker auf dunkle oder korrumpierte Kräfte einlässt, wird möglicherweise mächtiger, zahlt aber einen Preis.
Kämpfe gegen Dunkelheit, Bosse und gefallene Legenden
Avalon ist im Spiel kein friedlicher Ort mehr. Jede Region soll eigene Gegner, Ressourcen, Quests und Herausforderungen bieten. Spieler erkunden Ruinen, Wälder und ehemalige Bastionen der Ritter der Tafelrunde. In diesen Gebieten warten nicht nur normale Feinde, sondern auch legendäre Bosse.
Gerade die Bosskämpfe könnten ein Höhepunkt werden. Wenn die gefallenen Ritter oder andere korrumpierte Legenden als große Gegner auftreten, hat das sofort mehr Gewicht als anonyme Fantasy-Monster. Ein Kampf gegen eine verdorbene Version eines einst edlen Ritters kann erzählerisch und spielerisch einiges leisten.
Wichtig wird sein, wie stark die Gegnermechaniken ausfallen. Ein gutes Action-RPG lebt nicht nur von Beute und Zahlen, sondern von Feinden, die sich unterschiedlich spielen. Wenn man ausweichen, parieren, Elemente meistern und Koop-Koordination nutzen soll, brauchen Gegner klare Angriffsmuster und spannende Phasen. Gerade im Koop kann das sehr stark werden, wenn Teamwork wirklich wichtig ist.
Camelot wiederaufbauen
Einer der interessantesten Punkte ist der Wiederaufbau von Camelot beziehungsweise des eigenen Lehens. Ressourcen, die man auf Expeditionen sammelt, werden nicht nur in Ausrüstung gesteckt, sondern auch in den Ausbau der eigenen Basis. Aus den Ruinen soll nach und nach ein funktionierendes Lehen entstehen.
Mit wachsendem Fortschritt werden neue Bezirke freigeschaltet. Werkstätten und Gebäude ziehen Spezialisten an: Schmiede, Druiden, Apotheker, Kräuterkundige und weitere Handwerker. Diese Figuren sind nicht nur dekorative NPCs, sondern sollen neue Möglichkeiten für Crafting, Upgrades, Quests und Ausrüstung eröffnen.
Das gibt Wardens of Avalon eine schöne Struktur. Man zieht hinaus, sammelt Ressourcen, besiegt Gegner, kehrt zurück, baut aus und bereitet sich auf die nächste Reise vor. Solche Loops funktionieren in Action-RPGs besonders gut, wenn der Fortschritt sichtbar ist. Wenn Camelot wirklich nach und nach wächst, kann das sehr motivierend sein.
Dazu kommt die Verteidigung des Lehens. Die korrumpierten Kräfte greifen offenbar immer wieder an, sodass man nicht nur auf Expedition geht, sondern die eigene Heimat auch schützen muss. Gerade im Koop könnte das spannend werden: gemeinsam bauen, gemeinsam ausrüsten, gemeinsam verteidigen.
Koop: Bis zu vier Twilight Knights
Wardens of Avalon ist vollständig solo spielbar, kann aber auch im Online-Koop mit bis zu vier Spielern gespielt werden. Das passt hervorragend zum Grundkonzept. Ein eigener Orden von Twilight Knights, der gemeinsam Camelot wiederaufbaut und gegen korrumpierte Feinde kämpft, klingt deutlich stimmiger als ein rein angehängter Mehrspielermodus.
Im Koop sollen Spieler gemeinsam ihr Lehen verwalten, Angriffe abwehren und in anspruchsvollen Begegnungen zusammenarbeiten. Gerade durch das klassenlose System könnte das interessant werden. Da niemand an eine feste Rolle gebunden ist, kann eine Gruppe Builds flexibel anpassen. Ein Spieler setzt stärker auf Kontrolle, ein anderer auf Schaden, ein dritter auf defensive Ausrüstung oder heilige Kräfte.
Entscheidend wird allerdings die Balance. Koop-Action-RPGs müssen dafür sorgen, dass Kämpfe nicht einfach in Effektgewitter und Schadenszahlen untergehen. Wenn Teamwork wirklich wichtig sein soll, braucht es klare Rollen, lesbare Gegner und sinnvolle Synergien. Wenn das funktioniert, könnte Wardens of Avalon besonders in festen Gruppen stark werden.
Crafting, Ausrüstung und Siegel
Das Crafting spielt eine große Rolle. Spieler sammeln Ressourcen in Avalon, bringen sie zurück nach Camelot und nutzen sie, um Waffen, Rüstungen und weitere Ausrüstung herzustellen oder zu verbessern. Außerdem können Gegenstände mit mächtigen Seals versehen werden, um den eigenen Spielstil noch stärker anzupassen.
Das klingt nach klassischem Action-RPG-Futter, kann aber durch die Basisstruktur mehr Gewicht bekommen. Wenn ein neuer Schmied, Druide oder Apotheker nicht nur ein Menü freischaltet, sondern sich tatsächlich als Teil des wachsenden Camelot anfühlt, wird Ausrüstung stärker an den Weltfortschritt gebunden.
Besonders spannend ist die Verbindung von Build-Freiheit und Crafting. Wenn man seinen Schwur ändern, neue Ausrüstung herstellen und Siegel austauschen kann, sollte das Experimentieren angenehm bleiben. Ein Action-RPG dieser Art lebt davon, dass man Lust bekommt, neue Kombinationen auszuprobieren, statt früh in einer einzigen Spielweise festzustecken.
Was Wardens of Avalon von anderen Action-RPGs unterscheidet
Auf den ersten Blick erinnert Wardens of Avalon natürlich an bekannte Action-RPG-Strukturen: Top-Down-Kämpfe, Beute, Builds, Koop und Bossgegner. Der Unterschied liegt vor allem in der Mischung. Hier kommt die dunkle Artus-Sage mit einem Wiederaufbau-System zusammen.
Camelot ist nicht nur Hintergrund. Das eigene Lehen ist Fortschrittsort, Crafting-Zentrum, Questgeber und Ziel von Angriffen. Dadurch entsteht ein stärkerer Grund, warum man sich durch Avalon kämpft. Man sammelt nicht nur bessere Ausrüstung für sich selbst, sondern baut eine neue Heimat auf.
Auch das klassenlose System mit Schwüren klingt nach einer guten Idee. Wenn es wirklich flexibel funktioniert, könnte es für viel Abwechslung sorgen. Gerade in Koop-Gruppen wäre es angenehm, wenn Spieler ihre Rolle wechseln können, ohne neu anfangen zu müssen.
Grafik: Dunkle Fantasy mit Artus-Flair
Optisch setzt Wardens of Avalon auf eine düstere Fantasywelt. Ruinen, verfallene Rittergüter, Wälder, korrumpierte Bastionen und ein gebrochenes Camelot bilden die Kulisse. Das Spiel muss dabei einen Balanceakt schaffen: Es soll erkennbar arturisch wirken, aber nicht in generischem Mittelalter-Fantasy-Brei verschwinden.
Die Idee einer korrumpierten Artus-Welt gibt viel her. Heilige Symbole, zerfallene Tafelrunden-Orte, dunkle Magie und alte Burgen können visuell stark wirken. Besonders interessant wird, wie die einzelnen Regionen Avalons voneinander unterschieden werden. Wenn jede Region eigene Gegner, Ressourcen und Stimmung mitbringt, kann die Karte deutlich mehr Charakter bekommen.
Für ein Top-Down-Action-RPG ist Lesbarkeit aber genauso wichtig wie Atmosphäre. Gegnerangriffe, Projektile, Effekte, Koop-Mitspieler und Umgebung müssen auch in hektischen Kämpfen klar erkennbar bleiben. Wenn das Spiel zu sehr auf Effekte setzt, könnten Bosskämpfe schnell unübersichtlich werden. Wenn es dagegen sauber animiert und klar strukturiert bleibt, kann der Look sehr gut funktionieren.
Sound: Rittermythos in düster
Zum Soundtrack sind bisher noch nicht viele konkrete Details bekannt. Trotzdem lässt sich gut einschätzen, was Wardens of Avalon akustisch leisten muss. Eine dunkle Artus-Welt braucht Musik, die zwischen mystischer Eleganz, verfallenem Heldentum und Schlachtendruck pendelt.
Streicher, Chöre, dunkle Percussion und mittelalterlich angehauchte Motive würden gut passen – solange es nicht zu klischeehaft wird. Gerade Camelot sollte musikalisch einen eigenen Charakter bekommen. Der Ort ist Ruine und Hoffnung zugleich. Diese Mischung aus Verlust und Wiederaufbau könnte der Soundtrack wunderbar tragen.
Im Kampf braucht es starke Rückmeldungen. Paraden, schwere Hämmer, heilige Treffer, korrumpierte Angriffe und Bossfähigkeiten müssen sich klar unterscheiden. Gerade wenn Ausweichen und Parieren wichtig sind, ist gutes Audio-Feedback nicht nur Atmosphäre, sondern Teil der Spielbarkeit.
Wo noch Fragezeichen bleiben
Noch ist Wardens of Avalon ein Titel für 2027, und viele Details müssen sich erst zeigen. Wie groß ist der Umfang? Wie viele Regionen bietet Avalon? Wie tief geht der Wiederaufbau von Camelot wirklich? Wie abwechslungsreich sind die Bosse? Und wie stark unterscheiden sich Builds im klassenlosen System?
Besonders wichtig wird die Langzeitmotivation. Action-RPGs mit Crafting und Koop stehen und fallen mit Belohnungen, Progression und Gegnerdesign. Wenn neue Ausrüstung, Schwüre und Siegel spürbar andere Spielweisen ermöglichen, kann das lange tragen. Wenn sich Builds zu ähnlich anfühlen, könnte die Motivation schneller nachlassen.
Auch der Basisbau muss sich beweisen. Der Wiederaufbau von Camelot klingt großartig, darf aber nicht nur als Menü mit Upgrade-Stufen enden. Je sichtbarer und spielerisch relevanter das Lehen wächst, desto stärker wird dieser Teil des Spiels.
Fazit
Wardens of Avalon klingt nach einem sehr spannenden Action-RPG für Fans düsterer Fantasy, Koop-Abenteuer und Artus-Mythologie. Die Grundidee ist stark: Die Ritter der Tafelrunde sind korrumpiert, Camelot liegt in Trümmern, und ein neuer Orden der Twilight Knights soll Avalon von der Dunkelheit befreien.
Besonders vielversprechend ist die Mischung aus Top-Down-Kämpfen, classlosem Build-System, Crafting, Bossjagd, Koop und dem Wiederaufbau eines eigenen Lehens. Wenn Runes Studio diese Systeme sauber verbindet, könnte Wardens of Avalon deutlich mehr bieten als nur schnelle Kämpfe und Beute.
Noch bleiben viele Fragen offen, vor allem beim Umfang, beim Balancing und bei der Tiefe des Camelot-Aufbaus. Aber die bisher bekannten Informationen machen neugierig. Wardens of Avalon hat eine klare Identität, ein starkes Szenario und genug mechanische Ideen, um sich von anderen Action-RPGs abzuheben. Für 2027 sollte man den Titel definitiv im Blick behalten – besonders, wenn man mit Freunden gemeinsam eine verdorbene Legende zurückerobern möchte.