[GC26] The Great Flood – Vorschau zum mythologischen Mixed-Reality-RTS von LingVision Games
Mit The Great Flood kündigt sich ein ungewöhnliches Strategiespiel für Meta Quest an. Statt klassischer Bildschirm-RTS-Perspektive setzt der Titel auf Mixed Reality und verwandelt den eigenen Raum in ein taktisches Schlachtfeld. Spieler greifen nicht nur per Maus oder Controller ins Geschehen ein, sondern platzieren Einheiten direkt in der Umgebung, kommandieren Truppen in Echtzeit und führen mythologische Armeen in schnellen PvP- und PvE-Gefechten.
Entwickelt wird The Great Flood von SoulFire Studio Team und LingVision Games. Der Release ist aktuell für Q4 2026 auf Meta Quest geplant. Im August 2026 läuft außerdem eine erste Multiplayer-Closed-Beta, die vor allem die 1v1- und 2v2-Gefechte testen soll.
Das Besondere an The Great Flood ist seine thematische Grundlage. Das Spiel greift Motive aus der chinesischen Mythologie auf, insbesondere aus dem Classic of Mountains and Seas, und verbindet diese mit taktischen Echtzeitkämpfen. Götter, Monster, mythische Helden und fantastische Kreaturen sollen nicht nur als Dekoration auftreten, sondern das Herz des Squad-Systems bilden.
Mythologie als Echtzeitstrategie
Die Grundidee von The Great Flood ist stark: In einer urzeitlichen Welt, die von gewaltigen Fluten heimgesucht wird, stehen Menschen, göttliche Wesen und mythische Bestien in einem instabilen Verhältnis zueinander. Sie können Gegner und Verbündete sein, je nachdem, welche Entscheidungen Spieler treffen und welche Einheiten sie in den Kampf führen.
Zu den genannten mythologischen Figuren gehören unter anderem Jingwei, Taotie und Xingtian. Das ist spannend, weil das Spiel damit eine andere Mythologieschiene nutzt als viele westliche Fantasy-Strategiespiele. Statt Elfen, Orks und Drachen stehen chinesische Sagenwesen und göttliche Krieger im Mittelpunkt.
Gerade in VR beziehungsweise Mixed Reality kann das sehr reizvoll sein. Wenn eine mythologische Armee direkt auf dem Tisch, Boden oder im eigenen Zimmer aufeinandertrifft, bekommt Echtzeitstrategie eine andere körperliche Qualität. Man schaut nicht einfach auf eine Karte, sondern fühlt sich stärker wie ein Kommandant über einem lebendigen Miniatur-Schlachtfeld.
PvP und PvE: 1v1, 2v2 und Abenteuer-Modus
The Great Flood soll sowohl PvP als auch PvE bieten. Im Fokus der aktuellen Closed Beta stehen allerdings vor allem die Multiplayer-Gefechte. Spieler treten in 1v1- und 2v2-Kämpfen gegeneinander an, testen Squad-Zusammenstellungen und geben Feedback zur Stabilität und Balance.
Für das fertige Spiel ist außerdem ein PvE Adventure Mode vorgesehen. Dort sollen Story-Missionen, Truppenkombinationen und Zauber eine größere Rolle spielen. Dieser Modus könnte besonders wichtig werden, weil Mixed-Reality-RTS nicht nur kompetitiv funktionieren muss. Viele Spieler möchten solche Systeme erst einmal in Ruhe lernen, bevor sie gegen echte Gegner antreten.
Gute Entscheidung: Die Beta enthält ein Tutorial, damit neue Spieler die Grundlagen des squadbasierten Kampfes verstehen. Gerade bei einem ungewöhnlichen MR-RTS ist ein sauberer Einstieg entscheidend. Wenn Bedienung, Einheitenauswahl und Platzierung nicht intuitiv funktionieren, leidet das ganze Konzept.
Das Squad-System: Zwei Helden, acht Soldaten
Ein zentraler Bestandteil ist der Squad-Aufbau. Vor jedem Match stellt man ein Team aus zehn Einheiten zusammen: zwei mächtige Helden und acht unterstützende Soldaten. Insgesamt sollen mehr als 50 mythologische Einheiten verfügbar sein.
Dieses System klingt nach viel taktischem Potenzial. Die beiden Helden dürften den Spielstil stark prägen, während die acht Soldaten für Kontrolle, Druck, Verteidigung oder Synergien sorgen. Wer nur auf rohe Macht setzt, könnte gegen cleverere Formationen Probleme bekommen. Wer dagegen Heldenfähigkeiten, Truppentypen und defensive Strukturen gut kombiniert, dürfte deutlich bessere Chancen haben.
Interessant ist auch, dass Spieler verschiedene Squad-Zusammenstellungen testen und während der Beta neue Charaktere freischalten können. Das deutet auf ein Progressionssystem hin, bei dem man nicht sofort alles besitzt, sondern nach und nach neue taktische Möglichkeiten entdeckt.
Mixed-Reality-Steuerung: Truppen vom Arm aufs Schlachtfeld
Eines der auffälligsten Features ist die Art, wie Einheiten platziert werden. In der Beta sollen Spieler Truppen direkt vom eigenen Arm auswählen und auf dem Schlachtfeld absetzen können. Das ist genau die Art von Interaktion, die Mixed Reality von klassischer Strategie unterscheidet.
Statt über Menüs und Hotkeys bleibt die Handlung körperlicher. Man greift nach Einheiten, platziert sie im Raum, reagiert auf den Gegner und passt die Formation in Echtzeit an. Das kann sehr unmittelbar wirken, muss aber auch präzise genug sein. Gerade in schnellen PvP-Matches darf die Steuerung nicht fummelig werden.
Wenn LingVision Games dieses Interface gut löst, könnte The Great Flood ein schönes Beispiel dafür werden, wie RTS-Mechaniken in XR funktionieren können. Nicht als bloße Portierung, sondern als Spiel, das seine Plattform wirklich nutzt.
Türme, Artefakte und taktische Anpassung
Neben normalen Einheiten gibt es defensive Türme und mächtige Artefakte beziehungsweise Zauber. Spieler können Verteidigungsstrukturen errichten, Angriffe blockieren und besondere Fähigkeiten einsetzen, um den Kampf zu drehen.
Das ist wichtig, weil reine Einheitenduelle schnell zu eindimensional werden könnten. Türme und Artefakte bringen zusätzliche Ebenen ins Match: Wann sichere ich eine Position? Wann investiere ich in Verteidigung? Wann nutze ich einen mächtigen Effekt, um einen gegnerischen Push zu stoppen?
Gerade im 2v2-Modus könnte das spannend werden. Ein Spieler setzt vielleicht auf aggressive Helden und schnelle Truppen, während der andere defensiv baut und mit Artefakten unterstützt. Wenn solche Rollen wirklich funktionieren, könnte The Great Flood im Multiplayer eine angenehme strategische Tiefe entwickeln.
Progression und Beta-Inhalte
Die Closed Beta bietet bereits erste Fortschrittssysteme. Spieler können XP sammeln, neue Belohnungen und Upgrades freischalten sowie verschiedene mythische Einheiten ausprobieren. Ziel der Beta ist nicht nur, technische Stabilität zu prüfen, sondern auch herauszufinden, wie gut Matchfluss, Balancing und Mixed-Reality-Steuerung funktionieren.
Besonders wichtig ist das Feedback zur Online-Erfahrung. Mixed-Reality-Strategie mit 1v1- und 2v2-Matches stellt hohe Anforderungen an Timing, Sichtbarkeit und Bedienung. Wenn Einheiten nicht sauber reagieren oder Matches technisch instabil sind, fällt das Konzept schnell auseinander. Deshalb ist die frühe Multiplayer-Beta ein sinnvoller Schritt.
Die Beta endet nach aktueller Planung am 18. August 2026. Anwendungen sind laut Presseinformationen für Meta-Quest-Besitzer offen, solange Plätze verfügbar sind.
Grafik und Atmosphäre
Optisch dürfte The Great Flood stark von seinem mythologischen Thema leben. Die offizielle Beschreibung spricht von einer Welt der Fluten, göttlichen Wesen, Monstern und östlicher Mythologie. In Mixed Reality sollte diese Präsentation aber nicht nur hübsch sein, sondern auch funktional.
Bei einem Strategiespiel müssen Einheiten schnell unterscheidbar sein. Helden, Soldaten, Türme, Effekte und gegnerische Aktionen dürfen nicht im visuellen Spektakel verschwimmen. Gerade wenn das Schlachtfeld im realen Raum liegt, braucht das Spiel klare Formen, gute Farben und verständliche Animationen.
Atmosphärisch hat The Great Flood viel Potenzial. Ein mythologisches Schlachtfeld im eigenen Zimmer, auf dem göttliche Krieger und Monster um Kontrolle kämpfen, ist eine starke Vorstellung. Wenn Sound, Gestensteuerung und Einheitendesign zusammenspielen, könnte der Titel deutlich mehr Eindruck machen als ein normales VR-Strategiespiel.
Was The Great Flood besonders macht
Der größte Reiz liegt in der Kombination aus RTS, Mixed Reality und chinesischer Mythologie. Viele VR-Strategiespiele setzen entweder auf Tabletop-Optik oder klassische Fantasy. The Great Flood hebt sich durch sein mythologisches Line-up und die direkte MR-Platzierung von Einheiten ab.
Auch die Matchlänge klingt gut gewählt. Die offizielle LingVision-Seite nennt schnelle Gefechte von rund 10 Minuten. Das passt zu VR und MR, wo zu lange Matches schnell ermüdend werden können. Kurze, intensive Duelle mit vielen Squad-Kombinationen sind vermutlich genau der richtige Ansatz.
Besonders spannend wird sein, ob das Spiel langfristig genug Tiefe bietet. Über 50 Einheiten, Helden-Soldaten-Squads, Türme, Artefakte, PvP und PvE bieten eine gute Grundlage. Entscheidend wird aber, ob die Einheiten wirklich unterschiedliche Strategien ermöglichen und nicht nur optisch variieren.
Fazit
The Great Flood ist ein spannendes XR-Projekt, das klassische Echtzeitstrategie mit Mixed-Reality-Steuerung und chinesischer Mythologie verbindet. Die Idee, mythische Helden und Kreaturen direkt im eigenen Raum zu kommandieren, hat sofort einen starken Reiz.
Besonders vielversprechend sind das Squad-System mit zwei Helden und acht Soldaten, die über 50 mythologischen Einheiten, defensive Türme, Artefakte und die Mischung aus PvP- und PvE-Inhalten. Wenn die Steuerung präzise funktioniert und die Matches stabil laufen, könnte The Great Flood ein ungewöhnlich frisches Strategiespiel für Meta Quest werden.
Noch bleiben Fragen offen, vor allem zur finalen Balance, zum Umfang des Adventure-Modus und zur langfristigen Progression. Doch die laufende Closed Beta zeigt, dass LingVision Games früh Feedback sammeln möchte. Für Fans von VR, Mixed Reality und taktischen Strategiespielen ist The Great Flood definitiv ein Titel, den man im Auge behalten sollte.