[GC26] Ananta – Vorschau zum urbanen Open-World-RPG von NetEase
Mit Ananta arbeitet NetEase an einem der auffälligsten kommenden Open-World-RPGs. Der Titel war ursprünglich unter dem Codenamen Project Mugen bekannt und wurde später offiziell in Ananta umbenannt. Entwickelt wird das Spiel von Naked Rain, veröffentlicht wird es von NetEase Games. Geplant ist der Titel für PC, PlayStation 5 und Mobile-Plattformen. Ein konkreter Release-Termin steht aktuell noch nicht fest.
Spielerisch wird Ananta als Free-to-Play Urban Open World RPG beschrieben. Statt klassischer Fantasywelt oder postapokalyptischer Landschaft geht es in eine moderne, anime-inspirierte Großstadt voller Neonlichter, Hochhäuser, Straßenecken, versteckter Gassen, Minispiele, verrückter Ereignisse und übernatürlicher Störungen. Im Zentrum steht Nova City, eine lebendige Metropole, in der Alltag und Chaos direkt nebeneinander existieren.
Der erste Eindruck: Ananta will nicht einfach nur ein weiteres Open-World-Gacha-RPG sein. Es wirkt eher wie eine Mischung aus urbaner Anime-Serie, Superhelden-Action, Parkour-Spiel, Lebenssimulation und überdrehtem Stadt-Abenteuer.
Von Project Mugen zu Ananta
Als Project Mugen wurde das Spiel bereits 2023 angekündigt und fiel sofort durch seine urbane Ausrichtung auf. Mit der Umbenennung zu Ananta rückte NetEase die Identität des Spiels stärker in den Vordergrund: eine offene Stadt, viele spielbare Figuren, übernatürliche Anomalien und ein freieres, fast chaotisches Spielgefühl.
Die offizielle Beschreibung spricht von einer Welt, in der „das Unerwartete die Norm ist“. Genau das scheint der Kern des Spiels zu sein. Nova City soll nicht nur ein hübsches Stadtmodell sein, sondern ein Ort voller Interaktionen. Spieler können verschiedene Viertel besuchen, Figuren treffen, Missionen annehmen, Kämpfe austragen, durch die Stadt rasen oder einfach urbanen Aktivitäten nachgehen.
Das ist eine interessante Richtung, weil viele Open-World-RPGs zwar große Karten bieten, aber oft eher aus Naturgebieten, Ruinen oder Fantasyregionen bestehen. Ananta setzt dagegen auf eine moderne Stadt als Hauptfigur. Wenn Nova City wirklich lebendig wirkt, könnte das Spiel sich deutlich von anderen Genre-Konkurrenten abheben.
Nova City: Alltag und Chaos
Nova City wird als pulsierende Küstenmetropole beschrieben. Es gibt Geschäftsviertel, versteckte Gassen, Unterhaltungsorte, Clubs, Bibliotheken, Museen und andere Stadtbereiche. Gleichzeitig ist diese Welt von Chaos bedroht – paranormalen oder übernatürlichen Störungen, die den Alltag immer wieder aus den Angeln heben.
Genau dieser Kontrast macht Ananta spannend. Auf der einen Seite soll man das Stadtleben genießen: herumlaufen, Leute treffen, Katzen streicheln, kleine Ereignisse entdecken, vielleicht sogar spontane Aktivitäten auslösen. Auf der anderen Seite ist man Teil des A.C.D., der Anti-Chaos Directorate, und muss übernatürliche Gefahren untersuchen und bekämpfen.
Dadurch entsteht ein interessantes Doppelgefühl. Ananta will offenbar nicht nur ernste Weltrettung erzählen, sondern auch Spaß an der Stadt selbst vermitteln. Offizielle Beschreibungen betonen, dass Spieler auch abseits der Missionen die Stadt erleben sollen. Genau dieser Punkt könnte wichtig werden: Wenn Nova City nur Kulisse für Kämpfe ist, wäre viel Potenzial verschenkt. Wenn sie aber aus Aktivitäten, Nebenmomenten, Figuren und absurden Zufällen besteht, kann sie langfristig tragen.
Bewegung: Parkour, Fahrzeuge und freie Erkundung
Ein großer Fokus liegt auf Bewegung. Spieler sollen Nova City nicht nur zu Fuß erkunden, sondern auch klettern, springen, schwingen, Parkour nutzen, Fahrzeuge fahren und sich mit hoher Geschwindigkeit durch die Stadt bewegen können. Einige Beschreibungen sprechen sogar von Bewegungsfreiheit ohne klassisches Ausdauerlimit.
Das passt perfekt zum urbanen Setting. In einer Stadt voller Hochhäuser und Straßen muss Fortbewegung Spaß machen. Wenn man ständig nur von Marker zu Marker läuft, verliert die Welt schnell an Energie. Ananta scheint genau das verstanden zu haben und setzt auf ein sehr dynamisches Traversal-System.
Gerade das Schwingen zwischen Gebäuden und die schnelle Bewegung entlang von Fassaden erinnern sichtbar an Superhelden-Action. Dazu kommt, dass einzelne Charaktere offenbar eigene Bewegungsstile besitzen können. Damit könnte die Wahl der Figur nicht nur im Kampf, sondern auch beim Erkunden wichtig werden.
Kämpfe mit Umgebung und Improvisation
Das Kampfsystem soll kreativ und stark interaktiv sein. Statt nur Fähigkeiten auf Gegner zu werfen, können Spieler auch die Umgebung nutzen. Offizielle Beschreibungen sprechen davon, Gegner zu entwaffnen, Stadtobjekte als Waffen einzusetzen oder urbane Elemente in Kämpfe einzubeziehen.
Das klingt nach einem Actionfilm-Ansatz. Ein Kampf in einer Gasse soll sich anders anfühlen als einer auf offener Straße, in einem Laden oder neben parkenden Fahrzeugen. Wenn Gegenstände, Höhenunterschiede und Umgebungsdetails wirklich eine Rolle spielen, könnte Ananta deutlich lebendiger wirken als viele andere Action-RPGs.
Das Spiel erlaubt außerdem den Wechsel zwischen mehreren Charakteren in größeren Kämpfen und Bossbegegnungen. Figuren besitzen eigene Fähigkeiten, Werte und Synergien. Dadurch könnte ein Team-System entstehen, bei dem man nicht nur seine Lieblingsfigur spielt, sondern Kombinationen aus Fähigkeiten sinnvoll nutzt.
A.C.D., Esper und übernatürliche Konflikte
Spieler übernehmen die Rolle eines Agents innerhalb der Anti-Chaos Directorate. Diese Organisation untersucht Anomalien, paranormale Ereignisse und Chaos-Bedrohungen. Viele wichtige Figuren werden als Esper beschrieben, also Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten.
Das gibt Ananta eine klare Story-Struktur. Man ist nicht einfach ein zufälliger Abenteurer in einer Stadt, sondern Teil einer Organisation, die Ordnung und Chaos auseinanderhalten muss. Gleichzeitig scheint das Spiel bewusst humorvoll und absurd zu bleiben. In offiziellen Beschreibungen ist von Spukphänomenen, verrückten Stadtmomenten und sogar bizarren Ereignissen im Straßenverkehr die Rede.
Dieser Ton könnte einer der größten Unterschiede zu anderen urbanen Action-RPGs sein. Ananta wirkt nicht nur düster oder dramatisch, sondern auch bewusst verspielt. Wenn die Balance stimmt, kann daraus eine Welt entstehen, die gleichzeitig spannend, komisch und emotional ist.
Viele Figuren, viele Geschichten
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Charaktere. Ananta soll verschiedene spielbare Figuren bieten, die eigene Geschichten, Fähigkeiten und Persönlichkeiten mitbringen. Spieler stellen sich nach und nach eine Crew zusammen und erleben Abenteuer in unterschiedlichen Stadtteilen.
Das ist für ein Free-to-Play-RPG natürlich besonders wichtig. Der Erfolg solcher Spiele hängt stark daran, ob die Figuren im Gedächtnis bleiben. Gute Charaktere müssen nicht nur stark im Kampf sein, sondern auch erzählerisch funktionieren: eigene Konflikte, eigene Beziehungen zur Stadt, eigene Gründe, gegen Chaos zu kämpfen.
Interessant ist, dass Ananta Neueinsteiger ansprechen möchte, sich aber gleichzeitig groß genug anfühlt, um langfristig erweitert zu werden. Weitere Städte mit unterschiedlichen kulturellen Einflüssen wurden bereits angedeutet. Nova City könnte also nur der Anfang einer größeren urbanen Welt sein.
Leben jenseits der Missionen
Ein besonders spannender Aspekt ist das Stadtleben abseits der Hauptaufträge. Ananta will offenbar nicht nur Missionen, Kämpfe und Bossgegner bieten, sondern auch alltägliche Interaktionen. Spieler sollen in Hotspots Events auslösen, Passanten beobachten, mit Objekten interagieren oder einfach Zeit in der Stadt verbringen.
Solche Systeme können ein Spiel enorm aufwerten, wenn sie gut umgesetzt sind. Eine Open World fühlt sich dann nicht nur wie eine Liste aus Symbolen an, sondern wie ein Ort, an dem Dinge passieren. Gleichzeitig muss man aufpassen: Viele kleine Aktivitäten können auch schnell oberflächlich wirken, wenn sie nur einmal lustig sind und danach keine Bedeutung mehr haben.
Der entscheidende Punkt wird also sein, wie organisch diese Stadtmomente eingebunden sind. Wenn sie Charaktere, Story, Progression oder Weltgefühl stärken, könnte Nova City wirklich lebendig wirken.
Grafik und Stil
Optisch setzt Ananta auf einen modernen, anime-inspirierten Stil mit starker urbaner Identität. Neonlichter, Straßenschluchten, Hochhäuser, Clubs, Parks, Verkehr, Innenräume und dynamische Action sollen zusammen ein lebendiges Stadtbild ergeben.
Der Look ist bunt, schnell und bewusst stylish. Das Spiel scheint weniger auf Realismus als auf Energie zu setzen. Eine offene Stadt muss nicht nur detailliert sein, sondern sich gut bewegen lassen. Wenn Grafik, Animationen und Traversal sauber ineinandergreifen, kann Ananta visuell ziemlich beeindruckend werden.
Besonders wichtig wird die technische Umsetzung. Ein Free-to-Play-Spiel für PC, PS5 und Mobile muss auf sehr unterschiedlichen Plattformen funktionieren. Große Städte, schnelle Bewegung, viele NPCs und interaktive Kämpfe sind anspruchsvoll. Performance und Übersichtlichkeit werden daher entscheidend sein.
Was Ananta besonders macht
Der größte Reiz liegt in der urbanen Freiheit. Ananta kombiniert eine moderne Open World, Anime-Charaktere, Superhelden-artige Bewegung, Teamkämpfe, übernatürliche Anomalien und Alltagsinteraktionen. Das ist eine Mischung, die auf dem Papier sehr stark klingt.
Besonders spannend ist, dass das Spiel nicht nur auf Kämpfe setzt. Nova City soll ein Ort sein, an dem man lebt, nicht nur kämpft. Wenn das gelingt, könnte Ananta ein deutlich eigenständigeres Gefühl erzeugen als viele Open-World-RPGs, die zwar groß sind, aber wenig Alltag vermitteln.
Auch die Mischung aus Humor und Bedrohung macht neugierig. Chaos ist hier nicht nur ein dunkler Endzeitbegriff, sondern kann offenbar auch völlig absurde Formen annehmen. Genau das könnte dem Spiel eine eigene Persönlichkeit geben.
Fazit
Ananta ist eines der spannendsten kommenden Open-World-RPGs von NetEase. Der Titel verbindet eine moderne Anime-Großstadt, schnelle Fortbewegung, kreative Kämpfe, viele Figuren und einen übernatürlichen Mystery-Rahmen. Besonders Nova City wirkt wie ein Schauplatz, der mehr sein soll als nur eine Karte voller Missionen.
Noch bleiben wichtige Fragen offen. Ein konkreter Release-Termin fehlt, die Monetarisierung ist noch nicht final klar, und es muss sich zeigen, wie tief die Stadtinteraktionen wirklich gehen. Auch die technische Umsetzung auf Mobile, PC und PS5 wird entscheidend sein.
Trotzdem macht Ananta schon jetzt neugierig. Wenn Naked Rain und NetEase die versprochene Freiheit, das Tempo und die Lebendigkeit von Nova City wirklich liefern, könnte Ananta ein großer Titel für Fans von Urban-Fantasy, Anime-Action und Open-World-RPGs werden.