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[GC26] Cassette Beasts 2002 – Vorschau zur Monsterjagd im London der Nullerjahre

Mit Cassette Beasts 2002 kehrt eines der spannendsten Monster-Sammel-RPGs der letzten Jahre zurück. Der erste Cassette Beasts war 2023 eine angenehme Überraschung: vertraut genug, um Fans klassischer Kreaturensammler sofort abzuholen, aber eigenständig genug, um nicht wie eine bloße Pokémon-Hommage zu wirken. Statt Monster in Bälle zu stopfen, nahm man ihre Formen auf Kassette auf, verwandelte sich im Kampf selbst in diese Kreaturen und konnte mit Begleitern zu völlig neuen Mischformen fusionieren.

Der Nachfolger wird erneut von Bytten Studio entwickelt und von Raw Fury veröffentlicht. Geplant ist Cassette Beasts 2002 für PC via Steam und Windows, Xbox Series X|S, PlayStation 5 und Nintendo Switch 2. Ein konkreter Veröffentlichungstermin wurde bislang noch nicht genannt.

Schon der Titel verrät die Richtung: Diesmal geht es zurück ins Jahr 2002. Statt auf der Insel New Wirral spielt die neue Geschichte in und um Nodnol, einer verdrehten, unheimlichen Parallelwelt, die als nostalgische Verbeugung vor dem London der frühen 2000er beschrieben wird. Damit bleibt die Reihe ihrem Stil treu: bekannte Alltagsästhetik trifft auf Monster, Mystery und angenehm schräge Ideen.


Eine neue Stadt, eine neue Geschichte, alte Kassettenmagie

Cassette Beasts 2002 ist kein klassisches Add-on, sondern ein neuer Teil innerhalb des Cassette-Beasts-Universums. Die Geschichte beginnt in einem ruhigen Londoner Stadtviertel, doch schnell landet der Spieler in Nodnol, einer Welt voller seltsamer Kreaturen, merkwürdiger Zwischenräume und okkulter Bedrohungen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wer der geheimnisvolle Westerley ist und was dieser Okkultist mit der Welt der Menschen und der Welt der Bestien vorhat. Das klingt genau nach der Art von Mystery, die schon den Vorgänger ausgezeichnet hat: nicht zu düster, nicht zu albern, sondern irgendwo zwischen urbaner Legende, Abenteuer-RPG und leicht surrealem Monstertrip.

Besonders schön: Cassette Beasts 2002 soll sowohl für neue Spieler funktionieren als auch Fans des ersten Teils abholen. Wer bereits in Cassette Beasts unterwegs war, kann sogar seinen Charakter importieren und die Reise fortsetzen. Gleichzeitig soll der Nachfolger als guter Einstiegspunkt dienen, ohne dass man den Vorgänger zwingend gespielt haben muss.

Das ist eine kluge Entscheidung. Der erste Teil hat eine treue Community aufgebaut, aber ein neuer Ableger darf nicht nur für Eingeweihte funktionieren. Wenn Bytten Studio diesen Spagat schafft, könnte Cassette Beasts 2002 sowohl Fortsetzung als auch frischer Neustart sein.


Gameplay: Aufnehmen, verwandeln, fusionieren

Das Herzstück bleibt das bekannte Kassetten-System. Spieler begegnen Bestien in der Spielwelt, nehmen ihre Form auf Kassette auf und können diese Form anschließend im Kampf nutzen. Im Gefecht verwandelt sich der Charakter also nicht einfach in einen Trainer, der Befehle gibt, sondern wird selbst zur Kreatur.

Dieser Kniff war schon im ersten Teil einer der größten Unterschiede zu anderen Monster-Sammelspielen. Man kämpft nicht nur mit seinen Monstern, man wird zu ihnen. Dadurch bekommt jede Aufnahme eine andere Bedeutung. Eine neue Bestie ist nicht bloß ein weiteres Teammitglied, sondern eine neue Gestalt, ein neues Moveset und ein neuer Teil der eigenen Identität im Kampf.

Auch die Fusionen kehren zurück – und werden wieder eines der großen Verkaufsargumente. Zwei Bestien können miteinander verschmolzen werden, wodurch neue kombinierte Formen entstehen. Für Cassette Beasts 2002 werden über 250 Bestien und mehr als 57.000 mögliche Fusionsformen genannt. Das ist eine enorme Zahl und genau die Art von System, in der Spieler experimentieren können.

Wichtig ist dabei natürlich, dass diese Vielfalt nicht nur auf dem Papier beeindruckt. Fusionen müssen sich im Kampf wirklich unterschiedlich anfühlen, visuell genug Charakter besitzen und taktisch Sinn ergeben. Der Vorgänger hat hier bereits stark vorgelegt, der Nachfolger muss nun zeigen, dass die größere Auswahl auch spielerisch trägt.


Kämpfe mit mehr Tiefe und lernenden Gegnern

Cassette Beasts 2002 bleibt ein rundenbasiertes RPG. Spieler stellen ihr Team zusammen, nutzen offensive, defensive und unterstützende Fähigkeiten und achten auf elementare Vorteile. Dazu kommt ein Alchemie-System, mit dem zusätzliche Buffs, Debuffs oder sogar Veränderungen am Elementartyp eines Gegners möglich sein sollen.

Das klingt nach einer sinnvollen Erweiterung. Der erste Teil hatte bereits ein cleveres Kampfsystem, das nicht nur auf stumpfes Ausnutzen von Schwächen setzte. Wenn Cassette Beasts 2002 hier noch mehr taktische Werkzeuge bietet, könnten die Gefechte deutlich abwechslungsreicher werden.

Besonders interessant ist die Idee der Rogue Beasts. Bestimmte Monster sollen aus ihren festen Rollen ausbrechen, aus den Kampftechniken der Spieler lernen, sich anpassen und später mit neuen Herausforderungen zurückkehren. Das kann ein richtig spannender Mechanismus werden, wenn er mehr ist als ein stärkerer Rückkampf.

Im besten Fall entstehen dadurch persönliche Rivalitäten. Man trifft eine Bestie, unterschätzt sie, besiegt sie knapp – und später kommt sie verändert zurück, weil sie sich auf den eigenen Stil eingestellt hat. Genau solche Momente können aus einem guten Kampfsystem ein erinnerungswürdiges Abenteuer machen.


Begleiter, Beziehungen und Romanzen

Wie schon im ersten Teil spielen Begleiter wieder eine wichtige Rolle. Cassette Beasts 2002 soll zwölf verschiedene Gefährten bieten, die man kennenlernen, rekrutieren, befreunden oder romantisch näher kennenlernen kann. Jeder dieser Charaktere bringt eigene Geschichten, Motivationen, Quests und spielerische Vorteile mit.

Das ist wichtig, denn Cassette Beasts war nie nur ein Spiel über Monster. Die Beziehungen zu den Begleitern waren ein zentraler Teil des Charmes. Gemeinsame Fusionen wirkten stärker, wenn man die Figur an seiner Seite wirklich mochte und ihre Geschichte kannte. Der Nachfolger scheint genau diesen Ansatz auszubauen.

Wenn Bytten Studio hier wieder gut schreibt, könnten die Begleiter ein großer Pluspunkt werden. Zwölf Charaktere bieten genug Raum für unterschiedliche Persönlichkeiten und Spielstile. Gleichzeitig wird entscheidend sein, dass sie nicht nur als Bonuslieferanten für Kampfwerte funktionieren, sondern wirklich in die Welt und Handlung eingebunden sind.

Gerade weil Cassette Beasts 2002 offenbar stärker mit Mystery und okkulten Elementen spielt, könnten die persönlichen Geschichten der Begleiter viel zur Atmosphäre beitragen. Wer sind diese Leute? Warum landen sie in Nodnol? Und wie reagieren sie auf eine Welt, in der Menschen und Bestien auf so seltsame Weise aufeinanderprallen?


Multiplayer: Nicht mehr nur allein auf Monsterjagd

Ein großer Punkt des neuen Teils ist der erweiterte Multiplayer. Spieler sollen online gemeinsam unterwegs sein, Kassetten tauschen, Bestien aufnehmen, zusammen in Kämpfen antreten und sogar Story-Gefechte gemeinsam erleben können. Zusätzlich sind 1-gegen-1-Kämpfe mit Power-Scaling und zeitlich begrenzte Aufgaben mit Belohnungen geplant.

Das könnte Cassette Beasts 2002 deutlich langlebiger machen. Der Vorgänger war stark als Solo-RPG, später wurde der Multiplayer weiter ausgebaut. Im Nachfolger scheint Online-Spiel direkt stärker mitgedacht zu sein. Gerade bei einem Spiel mit so vielen Bestien und Fusionen ist das sinnvoll. Tauschen, gemeinsam experimentieren und gegeneinander antreten passt sehr gut zum Sammelprinzip.

Wichtig wird aber die Balance. Monster-Sammelspiele können im Multiplayer schnell kippen, wenn bestimmte Kombinationen alles dominieren. Bei mehr als 57.000 Fusionen ist das natürlich eine besondere Herausforderung. Wenn Raw Fury und Bytten Studio ein gutes Skalierungs- und Balancing-System hinbekommen, könnte der Multiplayer aber ein echter Langzeitmotor werden.


Was sich gegenüber Cassette Beasts ändert

Der erste Cassette Beasts spielte auf New Wirral, einer mysteriösen Insel voller Menschen, die aus unterschiedlichen Welten dort gestrandet waren. Cassette Beasts 2002 verlegt die Handlung nun in eine neue Umgebung mit starkem London- und Nullerjahre-Flair. Allein dieser Wechsel dürfte für einen anderen Ton sorgen.

Statt Insel-Mystery gibt es diesmal eine Parallelwelt im Schatten Londons. Das wirkt urbaner, vielleicht auch etwas okkulter und nostalgischer. Der Titel 2002 ist dabei mehr als nur Jahreszahl. Er deutet auf eine Ära hin, in der Kassetten zwar schon langsam aus der Mode kamen, aber noch nicht völlig verschwunden waren. Genau das passt perfekt zur Reihe, die ohnehin mit Retro-Technik, Musik und Monsterformen spielt.

Spielerisch bleibt die Grundidee erhalten, wird aber ausgebaut: mehr Bestien, mehr Fusionen, zwölf Begleiter, stärkere Online-Features, Rogue Beasts, Alchemie im Kampf und die Möglichkeit, den eigenen Charakter aus dem ersten Teil zu importieren. Das klingt nicht nach einer radikalen Neuerfindung, sondern nach einer Fortsetzung, die auf den richtigen Stärken aufbaut.


Grafik: Retro-Charme mit mehr Stilgefühl

Optisch bleibt Cassette Beasts 2002 dem Pixel-Art-Stil der Reihe treu. Der Look lebt von klaren Figuren, charmanten Monsterdesigns und farbenfrohen Umgebungen. Schon der Vorgänger hatte einen sehr eigenen visuellen Charakter, weil er klassische 2D-RPG-Anmutung mit modernen Effekten und starken Kreaturendesigns verband.

Für den Nachfolger wird besonders spannend, wie Nodnol umgesetzt wird. Ein London der frühen 2000er als nostalgisch-verzerrte Monsterwelt bietet viele Möglichkeiten: alte Straßenzüge, urbane Ecken, seltsame Hinterhöfe, okkulte Orte, Musik- und Jugendkultur-Anspielungen und natürlich jede Menge schräge Bestien.

Die große Herausforderung liegt wieder bei den Fusionen. Wenn jede Kombination voll animiert sein soll, muss das System nicht nur technisch funktionieren, sondern auch optisch überzeugen. Die Fusionsformen sind ein Markenzeichen der Reihe. Sie dürfen nicht wie zusammengewürfelte Zufallsmonster wirken, sondern brauchen Persönlichkeit, Witz und Wiedererkennungswert.


Sound: Ohne Musik funktioniert Cassette Beasts nicht

Bei Cassette Beasts ist der Sound kein Nebenthema. Schon der erste Teil lebte stark von seinem Soundtrack, seinen Songs und dem Gefühl, dass Musik ein fester Bestandteil der Welt ist. Bei einem Spiel, das Kassetten nicht nur als Gimmick, sondern als zentrales Motiv nutzt, muss die akustische Seite sitzen.

Für Cassette Beasts 2002 darf man deshalb hoffen, dass der Nachfolger wieder einen starken, melodischen und emotionalen Soundtrack bekommt. Gerade das London-2002-Setting könnte musikalisch spannend werden. Frühe 2000er, urbane Nostalgie, Mystery und Monsterkämpfe bieten eine Menge Raum für unterschiedliche Stimmungen.

Auch im Kampf ist Sound wichtig. Aufnahmen, Transformationen, Fusionen und Attacken brauchen akustisches Gewicht. Wenn eine Fusion gezündet wird, sollte das nicht nur eine Animation sein, sondern ein kleiner Moment. Der Vorgänger hat gezeigt, wie wichtig Musik und Sound für die Identität dieser Reihe sind. Der Nachfolger muss hier mindestens mithalten.


Was Cassette Beasts 2002 besonders macht

Der größte Reiz liegt nach wie vor darin, dass Cassette Beasts nicht einfach ein weiterer Monster-Sammler ist. Das Spielprinzip ist vertraut, aber die Umsetzung fühlt sich anders an. Man sammelt keine Kreaturen im klassischen Sinn, sondern nimmt ihre Form auf. Man bleibt kein Trainer am Rand, sondern verwandelt sich selbst. Und statt nur Monster nebeneinanderzustellen, verschmilzt man sie mit den Formen der Begleiter.

Cassette Beasts 2002 erweitert diese Idee um ein neues Setting, mehr Bestien, mehr Fusionen und stärkere Multiplayer-Funktionen. Dazu kommt der Mystery-Aspekt rund um Nodnol und Westerley, der hoffentlich wieder für genug erzählerischen Sog sorgt.

Besonders wichtig: Der Nachfolger soll nicht nur für Fans spannend sein, sondern auch Neueinsteiger abholen. Wenn das gelingt, könnte Cassette Beasts 2002 deutlich größer werden als der Vorgänger. Die Grundlage ist jedenfalls stark, denn das erste Spiel hat bewiesen, dass Bytten Studio das Genre versteht und genug eigene Ideen mitbringt.


Fazit

Cassette Beasts 2002 wirkt wie eine sehr vielversprechende Fortsetzung. Der Nachfolger behält die besten Ideen des ersten Teils bei – Kassettenaufnahmen, Verwandlungen, Fusionen, Begleiter und rundenbasierte Kämpfe – und baut sie an mehreren Stellen aus. Vor allem die neue Welt Nodnol, das London-2002-Flair, die über 250 Bestien, mehr als 57.000 Fusionsformen und die stärkeren Multiplayer-Funktionen klingen nach einem deutlichen Schritt nach vorn.

Noch bleiben einige Fragen offen. Wie groß wird die Spielwelt? Wie gut funktionieren Rogue Beasts wirklich? Wie stark ist die Story rund um Westerley? Und schafft es das Balancing, bei so vielen Fusionen nicht aus dem Ruder zu laufen? Trotzdem macht das bisher bekannte Material einen sehr guten Eindruck.

Für Fans des ersten Cassette Beasts dürfte Cassette Beasts 2002 ohnehin Pflichtprogramm sein. Aber auch alle, die beim Vorgänger noch nicht eingestiegen sind, sollten den Titel im Blick behalten. Wenn Bytten Studio die charmante Mischung aus Monster-Sammeln, Musik, Mystery, starken Begleitern und cleveren Kämpfen erneut trifft, könnte Cassette Beasts 2002 einer der spannendsten Creature-Collector der kommenden Zeit werden.