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[GC26] Cosmo Tales – Vorschau zum dimensionenspringenden Space-Abenteuer

Bohemia Interactive verbindet man normalerweise eher mit großen Militärsimulationen, Survival-Erfahrungen und offenen Sandbox-Systemen. Cosmo Tales wirkt deshalb auf den ersten Blick wie ein ziemlich überraschender Richtungswechsel. Statt taktischer Härte, realistischem Anspruch oder düsterem Überlebenskampf gibt es hier ein buntes, schnelles und bewusst verspieltes Weltraumabenteuer mit sprechendem Auto, Dimensionstricks und Retro-Sci-Fi-Flair.

Der Titel erscheint zunächst im Early Access für PC via Steam. Als geplanter Zeitraum wurde zuletzt September 2026 genannt, ein exakter Veröffentlichungstag steht derzeit aber noch aus. Entwickler und Publisher ist Bohemia Interactive selbst. Das Spiel ist als Singleplayer-Erlebnis angelegt und wird offiziell als familienfreundliches Roguelite-Abenteuer beziehungsweise Third-Person-Action-Adventure beschrieben.

Schon diese Mischung klingt ungewöhnlich: Ein Weltraumspiel, in dem man nicht einfach ein Raumschiff steuert, sondern ein witzelndes, bewaffnetes Cosmobile. Dazu kommt eine zentrale Mechanik, bei der Spieler per Knopfdruck zwischen verschiedenen Dimensionen wechseln. Dadurch ändern sich nicht nur Farben und Stil der Umgebung, sondern auch Gameplay-Regeln, Gegnerverhalten und taktische Möglichkeiten.


Ein neues Universum mit eigenem Ton

Cosmo Tales ist keine Fortsetzung und basiert auch nicht auf einer bereits bekannten Spielreihe. Es handelt sich um eine neue Marke von Bohemia Interactive. Genau das macht den Titel spannend, denn das Studio nutzt hier offenbar die Gelegenheit, sich in eine deutlich leichtere, buntere und experimentellere Richtung zu bewegen.

Die Grundidee ist charmant schräg: Spieler sitzen am Steuer eines sprechenden Autos und reisen durch ein farbenfrohes Sci-Fi-Universum. Dieses Fahrzeug ist nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern Begleiter, Kampfmaschine und voll vertonter Charakter. Es kommentiert das Geschehen, reagiert auf Situationen und soll offenbar eine echte Beziehung zum Spieler aufbauen.

Damit setzt Cosmo Tales weniger auf nüchterne Raumfahrt und mehr auf das Gefühl einer animierten Abenteuerserie. Das Spiel orientiert sich an Retro-Science-Fiction der 70er-Jahre, mischt diesen Stil aber mit moderner, bunter 3D-Optik. Donut-Planeten, kosmische Wüsten und regenbogenartige Weltraumkulissen zeigen schon in der Beschreibung, dass hier nicht der realistische Weltraum im Mittelpunkt steht, sondern ein bewusst überzeichneter Abenteuerkosmos.


Story: Episoden statt großer Weltraumoper

Die Geschichte von Cosmo Tales scheint nicht als eine einzige große, ernste Space-Opera erzählt zu werden. Stattdessen setzt das Spiel auf episodische Abenteuer. Jeder Abschnitt des Universums soll sich wie eine eigene kleine Folge anfühlen, mit eigenen Figuren, Konflikten und verrückten Situationen.

Das passt gut zur Gesamtidee. Cosmo Tales will offenbar nicht mit schwerer Lore erschlagen, sondern kurze, abwechslungsreiche Abenteuer erzählen. Die Entwickler nennen als Inspiration unter anderem den Geist klassischer Samstagmorgen-Cartoons. Das lässt auf eine Mischung aus Humor, Tempo, absurden Einfällen und gelegentlich etwas emotionaleren Momenten schließen.

Im Zentrum steht dabei die Reise mit dem sprechenden Cosmobile. Dieses Auto ist nicht einfach nur ein Skin für ein Raumschiff, sondern soll Persönlichkeit besitzen. Es redet, kämpft, fühlt und begleitet den Spieler durch die verschiedenen Dimensionen. Dadurch könnte Cosmo Tales stärker wirken als ein reines Actionspiel, wenn die Chemie zwischen Fahrer und Fahrzeug funktioniert.


Gameplay: Weltraumkampf mit Dimensionstrick

Das Herzstück von Cosmo Tales ist der Wechsel zwischen Dimensionen. Per Knopfdruck verändern Spieler die Realität um sich herum. Das betrifft nicht nur die Optik, sondern auch Gameplay, Gegner, Fähigkeiten und die Regeln der Spielwelt.

Diese Mechanik ist mehr als ein hübscher Effekt. Sie soll im Kampf, bei Ausweichmanövern, beim Lösen von Umgebungsrätseln und bei taktischen Entscheidungen eine Rolle spielen. Wenn ein Gegner in einer Dimension zu stark geschützt ist, könnte eine andere Realität neue Angriffsmöglichkeiten bieten. Wenn eine Situation aussichtslos wirkt, kann der Dimensionswechsel den Ablauf komplett verändern.

Dazu kommt schneller Third-Person-Weltraumkampf. Spieler weichen aus, feuern Waffen ab, rollen durch gegnerische Formationen und treten gegen Schwärme, größere Gegner, Bosskämpfe und Mutterschiffe an. Das klingt nach Arcade-Action mit taktischem Einschlag. Nicht reine Simulation, nicht träges Raumschiff-Management, sondern direkte Action mit genug Tiefe durch den Dimensionswechsel.

Spannend ist auch der Roguelite-Ansatz, der auf der Steam-Seite inzwischen stärker betont wird. Jede Runde soll neue Möglichkeiten bieten, eigene Builds zu formen und Strategien anzupassen. Spieler sammeln Verbesserungen, experimentieren mit Kampfstilen und reagieren auf wechselnde Herausforderungen. Wer lieber aggressiv spielt, kann offenbar in diese Richtung bauen. Wer taktischer oder ausgewogener vorgehen möchte, soll ebenfalls Optionen bekommen.


Familienfreundlich, aber nicht belanglos

Bohemia Interactive beschreibt Cosmo Tales ausdrücklich als familienfreundliches Abenteuer. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es nur für sehr junge Spieler gedacht ist. Vielmehr scheint das Spiel den Spagat zu suchen: leicht zugänglich genug für Einsteiger, aber mit genug Tiefe für erfahrenere Spieler.

Das ist eine interessante Ausrichtung. Viele familienfreundliche Titel setzen stark auf einfache Regeln und verlieren dadurch schnell an Reiz für ältere Spieler. Cosmo Tales könnte hier durch das Zusammenspiel aus Dimensionswechsel, Ausweichmanövern, Waffen, Gegnerverhalten und Roguelite-Builds mehr Substanz bieten.

Gerade die Early-Access-Phase dürfte wichtig werden. Laut Steam wollen die Entwickler Feedback nutzen, um Mechaniken, Artstyle und Spielgefühl weiter zu verfeinern. Die Kernmechaniken sollen bereits weitgehend stehen, während zusätzliche Inhalte, neue Kapitel und mehr Feinschliff im weiteren Verlauf folgen sollen. Der Early Access ist aktuell für mindestens ein Jahr vorgesehen.


Mehrere Fahrzeuge zum Early-Access-Start

Ursprünglich stand vor allem das sprechende Cosmobile im Mittelpunkt, das optisch an ein klassisches Fahrzeug erinnert. Inzwischen wurden aber weitere spielbare Autos für den Early-Access-Start bestätigt. Das ist eine wichtige Ergänzung, denn unterschiedliche Fahrzeuge können bei einem Roguelite-Actionspiel deutlich zur Abwechslung beitragen.

Besonders interessant ist, dass die neuen Fahrzeuge nicht generisch wirken sollen, sondern sich von markanten realen Automodellen inspirieren lassen. Genannt wurden unter anderem ein Auto mit Bezug zum Škoda 110 Super Sport Ferat sowie eines, das an den Škoda Felicia Fun angelehnt ist. Für viele Spieler dürfte diese Autogeschichte nur ein netter Hintergrund sein, aber sie zeigt, dass Bohemia Interactive dem Fahrzeugthema offenbar mehr Bedeutung gibt als nur „Raumschiff mit Rädern“.

Entscheidend wird natürlich sein, ob sich die Autos im Spiel auch unterschiedlich genug anfühlen. Wenn sie nur optische Varianten sind, bleibt der Effekt überschaubar. Wenn sie jedoch eigene Werte, Fähigkeiten oder Spielstile mitbringen, könnte das die Build-Vielfalt deutlich stärken.


Grafik: Retro-Sci-Fi trifft bunte 3D-Animation

Visuell gehört Cosmo Tales schon jetzt zu den auffälligeren Projekten von Bohemia Interactive. Das Spiel setzt nicht auf Realismus, sondern auf einen sehr stilisierten Look. Die Entwickler sprechen von einer Mischung aus 70er-Jahre-Sci-Fi, modernem Indie-Comic-Stil und einer Präsentation, die an bunte 3D-Animationsfilme erinnert.

Das ist ein spannender Kontrast zum sonst oft ernsteren Portfolio des Studios. Statt grauer Militärbasen oder postapokalyptischer Landschaften gibt es leuchtende Farben, verrückte Planetenformen und stark überzeichnete Weltraumkulissen. Jeder Universumsabschnitt soll sich wie ein eigenes Comic-Heft anfühlen. Das kann dem Spiel viel Wiedererkennungswert geben, sofern sich die einzelnen Dimensionen wirklich klar voneinander unterscheiden.

Wichtig wird dabei die Lesbarkeit. Gerade wenn viele Schüsse, Gegner, Effekte und Dimensionswechsel gleichzeitig auf dem Bildschirm stattfinden, darf die Action nicht unübersichtlich werden. Ein bunter Stil ist schön, aber bei schnellem Weltraumkampf müssen Gegner, Projektile und Gefahren sofort erkennbar bleiben.


Sound: Ein sprechendes Auto braucht Persönlichkeit

Zum Soundtrack sind bislang noch nicht allzu viele Details bekannt. Sicher ist aber: Der Ton wird für Cosmo Tales eine wichtige Rolle spielen. Wenn das eigene Fahrzeug ein voll vertonter Begleiter ist, steht und fällt viel mit dessen Persönlichkeit.

Ein sprechendes Auto kann schnell witzig und charmant wirken, aber auch nerven, wenn die Dialoge zu oft wiederholt werden oder der Humor nicht sitzt. Gerade bei einem Spiel mit Roguelite-Struktur, in dem Spieler vermutlich viele Runs absolvieren, ist das besonders wichtig. Wiederholte Sprüche müssen gut dosiert sein, sonst nutzt sich der Charme schnell ab.

Auch die Musik dürfte entscheidend sein. Zu einem retro-futuristischen Weltraumabenteuer passen treibende Synth-Sounds, verspielte Melodien und ein Sounddesign, das zwischen Cartoon, Arcade und Sci-Fi balanciert. Kampfgeräusche, Dimensionswechsel und Trefferfeedback müssen klar klingen, damit die Action nicht nur gut aussieht, sondern sich auch direkt und befriedigend anfühlt.


Was bisher besonders spannend wirkt

Der größte Pluspunkt von Cosmo Tales ist die ungewöhnliche Kombination seiner Einzelteile. Ein sprechendes Auto im Weltall, Roguelite-Struktur, Third-Person-Weltraumkampf, Dimensionswechsel und familienfreundlicher Ton – das klingt zunächst wild zusammengewürfelt, könnte aber genau deshalb funktionieren.

Besonders viel Potenzial steckt im Dimensionswechsel. Wenn diese Mechanik wirklich mehr leistet als nur einen Farbfilter auszutauschen, kann sie dem Spiel eine eigene Identität geben. Gute Actionspiele leben von Entscheidungen im Sekundentakt. Wenn Spieler ständig abwägen müssen, welche Realität gerade die beste Lösung bietet, kann daraus ein frischer Rhythmus entstehen.

Auch der Early-Access-Ansatz passt zu einem solchen Konzept. Gerade bei Roguelites ist Balance extrem wichtig. Waffen, Upgrades, Fahrzeuge, Gegner und Belohnungen müssen sauber ineinandergreifen. Community-Feedback kann hier tatsächlich helfen, wenn die Entwickler klar reagieren und nicht nur zusätzliche Inhalte nachschieben.


Wo noch Fragezeichen bleiben

So interessant Cosmo Tales klingt, einige Punkte müssen sich erst im fertigen Spiel oder spätestens im Early Access beweisen. Die wichtigste Frage betrifft die Langzeitmotivation. Roguelites leben davon, dass jeder neue Versuch spannend bleibt. Dafür braucht es abwechslungsreiche Gegner, starke Upgrades, unterschiedliche Builds und ein gutes Gefühl von Fortschritt.

Auch die genaue Struktur der Episoden bleibt spannend. Wenn jeder Abschnitt eigene Charaktere, Geschichten und Ideen bietet, kann das Spiel sehr frisch wirken. Wenn sich die Missionen aber zu stark ähneln, könnte die bunte Präsentation allein nicht ausreichen.

Ein weiterer Punkt ist die Zielgruppe. Familienfreundlich, aber zugleich anspruchsvoll genug für erfahrene Spieler – das ist ein schwieriger Spagat. Cosmo Tales muss verständlich und zugänglich bleiben, darf aber nicht zu einfach werden. Vor allem der Dimensionswechsel sollte intuitiv genug sein, um sofort Spaß zu machen, aber tief genug, um über mehrere Stunden interessant zu bleiben.


Fazit

Cosmo Tales ist eines dieser Spiele, die man nicht sofort in eine Schublade bekommt. Es ist kein klassisches Weltraumspiel, kein reines Action-Adventure und auch kein typisches Roguelite von der Stange. Stattdessen kombiniert Bohemia Interactive schnelle Space-Action, Dimensionswechsel, ein sprechendes Auto und einen sehr bunten Retro-Sci-Fi-Stil zu einem ungewöhnlichen Gesamtpaket.

Besonders spannend ist der Kontrast zum bisherigen Ruf des Studios. Bohemia Interactive wagt sich hier an ein deutlich verspielteres, zugänglicheres und familienfreundlicheres Projekt. Wenn der Dimensionswechsel spielerisch trägt, die Fahrzeuge sich spürbar unterscheiden und die Roguelite-Struktur genug Abwechslung bietet, könnte Cosmo Tales ein echter Überraschungstitel werden.

Noch bleiben einige Fragen offen, vor allem beim Umfang, der Balance und der Langzeitmotivation. Doch die bisher bekannten Informationen klingen vielversprechend. Cosmo Tales hat eine klare eigene Identität, wirkt angenehm anders und könnte genau den Spielern gefallen, die Lust auf ein farbenfrohes, schnelles und kreatives Weltraumabenteuer abseits der üblichen Science-Fiction-Schwere haben.