The Book of Unwritten Tails 2 – Gamecheck

Ein erfolgreiches Spiel darf gerne einen Nachfolger bekommen. Unter diesem Grundsatz setzen wir uns an den Test zu The Book of Unwritten Tails 2. Bereits der erste Teil der Serie und dessen Nachfolger The Book of Unwritten Tails: Die Vieh Chroniken hatten uns in ihren Bann gezogen. Löblich zu Beginn zu erwähnen ist es, dass The Book of Unwritten Tails 2 sowohl als Steam-Version, als auch in einer hübschen Box im Handel erhältlich ist. Per Box oder via GOG (Good Old Games) sogar ohne nervige DRM-Beschränkungen.

Sofort nach dem Start der Verknüpfung um Spiel fällt der angenehm schnelle Start auf. Ohne lange umschweife, gelangen wir uns Hauptmenü. Hier hat Entwickler King Art Games schon mal gutes Werk getan. Die Macher des Spiels (Credits) wurden dann auch gleich mal in das Tutorial verpackt, welches man zu allererst absolvieren muss. Für den geneigten Spieler gibt es hier so gar nichts Neues zu erlernen und so sind wir froh, diesen Abschnitt hinter uns gebracht zu haben. Das Spiel speichert in ausreichender Menge automatisch, aber es steht auch eine manuelle Speicherfunktion im Hauptmenü zur Verfügung.

Im Spiel treffen wir gleich zu Anfang die uns bekannten Protagonisten Nate und kurz darauf auch das Vieh. Hier bestreiten wir unsere ersten Aufgaben in einer brenzligen Lage – dem freien Fall. Wie es dazu kam, sollen wir jedoch erst im späteren Spielverlauf erfahren. Richtig beginnen tut unsere Geschichte deshalb in Seefels. Ja genau, dem Seefels aus dem ersten Teil, an welchen The Book of Unwritten Tails 2 anschließt. Hier treffen wir Ivo, die Elfenprinzessin, wessen Kontrolle unser Spieler im ersten Kapitel übernehmen darf. Ohne viel spoilern zu wollen, waren doch überrascht über die Tatsache, dass die vermeintliche Krankheit der Prinzessin sich als Schwangerschaft herausstellt. Von Sex hat die Hochwürden noch nie etwas gehört und an unbefleckte Empfängnis glauben wir nicht, da gibt es nur eine Lösung: Magie. Hier kann nur der Erzmagier helfen, weshalb sich die Prinzessin, nach absolvierung zahlreicher Hürden, aufmacht nach Seefels.

Im nächsten Kapitel dürfen wir in die Rolle des liebenswürdigen Gnoms Wilbur schlüpfen, welcher als Lehrer für Zauberei angeheuert hat und deshalb nun in Seefels unterrichten darf. Er wurde höchstpersönlich vom Erzmagier berufen. Doch in Seefels herrscht ein erbitterter, politischer Krieg und die Wahlen stehen an. Da die Kontrahentin des Erzmagiers Cybill van Buren alles tut, diesen in schlechten Licht dastehen zu lassen, hat auch Wilbur alle Hände voll zutun, Aufgaben zu erledigen und dabei zahlreiche Ungerechtigkeiten über sich ergehen zu lassen. Jaja, ich wollte nicht mehr spoilern, aber eine Tatsache haben wir dann doch so gefeiert, dass wir sie nicht vorenthalten möchten. In diesem Kapitel gibt es einen Szene, in welcher Wilbur in die Vergangenheit reisen muss. Zuerst in eine Pixelwelt, dann in eine Welt, dessen Aussehen an die ersten Abventures erinnern, also ohne Sprachausgabe und mit wenig Farben, bis zurück in das reine Textadventure. Diese Reise hat uns eine Menge Spaß gemacht und sie ist gerade einmal so lang bzw. kurz, dass es nicht ermüdend wirkt.

Um die Reihe komplett zu machen, sehen wir im nächsten Spielabschnitt dann auch Nate und das Vieh wieder und dürfen nun auch ein ganzes Kapitel bestreiten. Hier spielt The Book of Unwritten Tails 2, genau wie die Vorgänger, wieder seine Stärken aus – das freie Wechseln zwischen den Spielcharakteren dieses Bereichs. So sind Rätsel oft nur noch in Zusammenarbeit zwischen Nate und dem Vieh möglich. Das macht es schwerer, aber auch spannender und lustiger. Die beiden sind nach ihrem Sturz auf einer schwebenden Piraten-Insel gelandet, auf welcher aber nur noch genau ein Pirat sein Dasein fristet. Es gilt also das Luftschiff wieder fit zu bekommen und ebenfalls nach Seefels zu reisen. Hier ließ uns das Spiel zum ersten Mal im Regen stehen. Konnten wir doch nicht wissen, dass man, nachdem man dem Vogel die Erdnüsse gegeben hat, diesen weglocken kann, indem man sofort danach auf den Abschnittsausgang klickt. Doch: geschafft.

The Book of Unwritten Tails 2 begeistert wie seine Vorgänger durch eine liebevolle, bunte und ausreichend verrückte Geschichte. Die Macher verstehen es, dem Spieler das Gefühl zu geben in der Rolle des Protagonisten zu stecken. So fanden wir es immer, wenige Minuten lang, schade, wenn wir die Szenerie wechseln mussten, doch man kommt ja später wieder darauf zurück. Die deutsche Vertonung ist mit den Stimmen der ersten Teile gespickt und hat eine beachtliche Größe. So ziemlich alles lässt sich ansehen, anfassen oder natürlich mitnehmen. Immer wieder mit Personen oder Gegenständen zu sprechen lohnt sich, oft lässt sich diesen auch später noch eine Information mehr entlocken. Grafisch hat sich hingegen nicht viel getan, was dem Adventure keinen Abbruch tut. Die Geschichte ist stimmig und das ist es worauf es ankommt.

Nach rasantem Auftakt, verliert das Spiel in der Mitte der überdurchschnittlich langen Geschichte, von rund 20 Stunden, an Fahrt und kann erst wieder richtig mitreißen, als sich eine neue, große Gefahr entwickelt. Ich will ja nicht spoilern, aber… nein, dass muss selbst herausgefunden werden. Den Mittelteil des Spiels beschäftigen wir uns viel mit kleineren Rätseln und dem Durchsuchen von diversen, schön gestalteten Szenen. The Book of Unwritten Tails 2 überrascht durch teilweise unerwartete Wendungen, kann jedoch im Punkto Rätseln nichts Neues aufweisen. In bekannter Point and Click Manier kombinieren wir alles Mögliche und Unmögliche.

The Book of Unwritten Tails 2 erhält von uns eine Kaufempfehlung. Das Spiel macht über viele Stunden Spaß, bringt eine tolle, abwechslungsreiche Story mit und lässt uns erneut tief eintauchen in die Geschehnisse rund um Nate, Ive, Wilbur und das Vieh. Schwachstellen, wie wenige Innovationen oder der etwas fade Mittelteil des Spiels, können durch wunderschöne Schauplätze und tolle Dialoge etwas aufgefangen werden.

WERTUNG: Grafik: 72%, Sound: 86%, Steuerung: 86%, Balance: 89%, Spielspass: 87%, Mehrspieler: nA%, Gesamtwertung: 84%.