Dragon Age: Inquisition (PC) – Gamecheck

Wir nahmen uns den neusten Ableger der Dragon Age-Serie zur Brust und tauchten in die Welt der Inquisition ein. Lest hier, was wir erlebt haben und wie wir das Spiel einschätzen.

Inhaltlich erzählt Dragon Age: Inquisition eine großangelegte Heldengeschichte auf mehreren Ebenen, in der es um Krieg zwischen den Magiern und den Templern geht. Ausserdem macht sich eine neue, dämonische Bedrohung im Land breit. Obendrein ist es eure Aufgabe, die namensgebende Inquisition aufzubauen und anzuführen. Dragon Age: Inquisition spielt sich zwar komplett eigenständig, knüpft aber immer wieder punktuell an Ereignisse aus den Vorgängern an. Wer diese noch gut im Gedächtnis hat, ist im Vorteil. Was im Spiel selber sehr gut umgesetzt wurde, ist die hervorragende, deutsche Vertonung. In der fertigen Version, könnt ihr in den Optionen aber auf Wunsch auch die englische Originalfassung einstellen. Die Gespräche mit den vielen Charakteren tragen erheblich zu einem guten Rollenspiel-Gefühl bei. Da ihr, typisch für Bioware Spiele, viele Antwortmöglichkeiten habt, darf man sich auf unterschiedliche Reaktionen der Gesprächspartner freuen. Abseits der Kämpfe unterhalten sich die Begleiter untereinander, mitunter kann dabei auch eingegriffen werden und Partei ergreifen, was sich wiederum auf das Beziehungsgefüge der Parteien auswirkt.

inquisitioncombat

Als Lohn für eifriges questen im Spiel, gibt es nicht nur Beute und Erfahrungspunkte. Der Spieler gewinnt auch an Einfluss und erhält Machtpunkte. Einfluss und macht können wir in der Schaltzentrale unserer Inquisition einsetzen. Im sogenannten Kriegsraum, lassen sich beispielsweise Charaktere mit Aufgaben betrauen, um unsere Inquisition stärker werden zu lassen oder um Geld zu beschaffen. Ausserdem schalten wir hier neue Questgebiete frei. Damit legen wir teilweise fest, wie die Geschichte weiter geht. Etwa da, wo sich der Spieler zwischen Magiern und Templern als Bündnispartner entscheiden muss. Mit steigendem Einfluss erhalten wir Inquisitionsboni. Damit lassen sich verschiedenen Fähigkeiten freischalten, welche sich global auswirken.

Kämpfe spielen natürlich eine zentrale Rolle in Dragon Age: Inquisition. Je nach eingestelltem Schwierigkeitsgrad, fallen diese eher actionreich oder taktisch aus. Mit Hilfe der Taktikkamera, lässt sich ein Schlachtfeld in Ruhe begutachten, um so etwa günstige Stellen für Flächenzauber zu entdecken. Taktisch hilfreich ist auch die Gegneranzeige, welche uns Stärken und Schwächen unseres jeweiligen Ziels offenbart. In engen Bereichen ist es mitunter fummelig eine vernünftige Kameraperspektive für die Taktikansicht hinzubekommen.

Der Aufbau von Menüs und Inventar gibt sich recht konsolenlastig, lässt sich aber dennoch ganz gut mit Maus und Tastatur bedienen. Schön ist, dass es eine Vielzahl von Ausrüstungsgegenständen für alle Charaktere gibt. Auch das damit verbundene Crafting macht einen guten Eindruck. Rohstoffe und Baupläne findet man zuhauf und daraus lassen sich richtig gute Gegenstände herstellen. Obendrein können diese auch weiter modifiziert werden.

Neu in Dragon Age: Inquisition ist die Fähigkeit der Charaktere zu springen. Dies ist zwar nicht gerade schön animiert, gibt euch aber die Möglichkeit in versteckte Geländebereiche vorzudringen. Ebenfalls neu sind Reittiere, welche angesichts der großen Questgebiete auch nützlich sind. Sobald der Held aufsitzt, reisen die Begleiter quasi unsichtbar mit. Die Weltkarte lässt sich jederzeit einblenden und erlaubt uns die Einsicht auf die freigeschalteten Questgebiete. In dieser Ansicht, kann man dann auch bequem per Schnellreise, auf zuvor entdeckte, Schnellreisepunkte gelangen. Lager lassen sich an fest dafür vorgesehenen Spots errichten. Sie dienen als Rastplatz, Schnellreisepunkt und erlauben euch, eure Trankvorräte aufzustocken. Da es keinen Heilzauber gibt, müssen Tränke herhalten. Rohstoffe dafür findet man reichlich, muss sie jedoch mühsam, einzeln einsammeln, was auf Dauer lästig sein kann. Tränke, sind jedem Charakter einzeln zuweisbar.

Neben all der gelungenen cineastischen Präsentation, gibt es bei den vielen Standardgesprächen mit Charakteren nur eine einzige, feste Kameraposition. Schade, denn Dragon Age: Inquisition besitzt sehr fein ausgearbeitete Gesichter, welche man wunderbar mit Closeups und sichtbaren Emotionen in Szene setzen hätte können.

Kritik ist in manchen Bereichen durch statische, unbewegte NPCs angebracht. Diese tragen nicht gerade dazu bei eine belebte Stadt darzustellen. Ein weitere Kritikpunkt sind ausserdem die langen Ladezeiten, welche unter Umständen Minuten lang sein können. Immerhin tröstet der hervorragende Soundtrack etwas über die Warterei hinweg.

Neben dem bereits erwähnten, sehr gelungenen Sound und der guten deutschen Synchronisation, sticht auch die Grafik positiv ins Auge. Bis auf wenige, teils matschige Texturen, welche wir entdecken konnten, sieht die Welt fantastisch aus. Gerade weitläufige Gebietet laden zu einem Blick in die Ferne ein. Allerdings benötigt man hierzu auch einen passenden, starken bis sehr starken PC, um Dragon Age: Inquisition in höchsten Einstellungen spielen zu können. Hier wird dank Treiberupdates der Grafikkarte noch an gelegentlichen Rucklern gefeilt, welche aber nicht besonders schwer ins Gewicht fallen.

Auch nach etlichen Stunden unseres Tests in Dragon Age: Inquisition, sind wir noch lange nicht am Ende. Es darf also guten Gewissens gesagt werden, dass der Umfang des Rollenspiels gigantisch ist. Dies und der generelle Spielspaß, lässt einen auch über kleinere Kritikpunkte schnell hinwegsehen. Für alle Fans des Genres eine absolute Kaufempfehlung.

WERTUNG: Grafik: 93%, Sound: 94%, Steuerung: 90%, Balance: 92%, Spielspass: 93%, Mehrspieler: nA%, Gesamtwertung: 92%.